Yoga ist gut bei einer Krebserkrankung
VÖCKLABRUCK. Laut Österreichischer Krebshilfe erhalten etwa 38.000 Österreicher jährlich die Diagnose Krebs. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist der Brustkrebs. Maria Möseneder ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKS) sowie Yoga- und Krebs-Trainerin. Sie bietet für Krebskranke ein spezielles Yoga.

Die häufigste Krebsart bei Männern ist der Prostatakrebs. Über 5.000 Männer erhalten in Österreich jährlich die Diagnose Prostatakrebs. Rund 300.000 Frauen und Männer in Österreich leben mit einer Krebserkrankung. Maria Möseneder: „Durch meine berufliche Tätigkeit als DGKS, begleitet mich dieses Thema schon sehr lange. Auch in meinem privaten Umfeld gibt es einige Personen, die mit dieser Diagnose leben müssen oder daran gestorben sind. Ich habe in meinem beruflichen Dasein schon immer eine spezielle Verbindung zu krebskranken Menschen gespürt. Im fordernden Klinikalltag bleibt oft nur sehr wenig Zeit, um sich um emotionale Bedürfnisse der Patienten zu kümmern. Yoga für Menschen mit einer Krebserfahrung ermöglicht mir neben meinem Beruf, diese Lücke zu schließen. Im August 2021 absolvierte ich die Weiterbildung zur Yoga- und Krebstrainerin in München bei Gaby Nele Kammler. Diese Weiterbildung ermöglicht mir, durch fundiertes Wissen über Krebserkrankungen, moderne Therapien und typische Nebenwirkungen, geeignete Yogasequenzen zu erstellen.“
Spezielles Yoga
Yoga für Krebskranke ist ein spezielles Yoga, denn nicht jede Asana (Körperhaltung) oder Pranayama (spezielle Atemtechnik) eignet sich für diese Gruppe von Yogaschüler. Seit Juni 2022 lehrt Möseneder „Yoga und Krebs“ in Vöcklabruck im Yogastudio von Sandra Wiesauer. Yoga bedeutet die Einheit von Körper, Geist und Seele. Yoga heißt vor allem im Hier und Jetzt lebendig sein, in diesem Körper, ob er nun krank ist oder gesund. Durch die fordernden Therapien (Chemotherapie, Strahlentherapie, Operation,…) muss ein Yogateilnehmer immer dort abgeholt werden, wo er im Moment ist. Was geht heute? Möseneder: „Das gute ist, Yoga geht immer! Vom Zeitpunkt der Diagnose während der Therapie und danach. Sogar in der akuten Behandlungsphase, wenn keine Asana-Praxis möglich ist. Kraftspendende energetische Übungen, Atemübungen, Phantasiereisen, Entspannungstechniken, die unsere Lebensenergie wieder ins Fließen bringen.“
Eine bereits von der Schulmedizin anerkannte Bedeutung übernimmt Yoga in der Rolle als aktives Nebenwirkungsmanagement. Lymphödeme, Schmerzen, Neuropathien, Ängste, Depressionssymptome, Schlafstörungen, Fatigue-Syndrom (schweres Erschöpfungssyndrom) können gelindert werden. Eine Studie des US Nationel Cancer Institut belegt, dass zum Beispiel Atem- und Bewegungsübungen im Yoga die Lebensqualität von Krebspatienten bessern können. Sie entspannten sich besser, konnten besser schlafen und waren daher auch weniger von den typischen Müdigkeitserscheinungen einer Krebserkrankung betroffen. Ihr Schmerzempfinden war zudem signifikant niedriger. Gezielte Entspannungstechniken helfen gegen Ängste, fördern das körperliche Wohlbefinden und stärken die Abwehrkräfte.
Bevor der Kurs startet findet eine Kennenlernstunde statt (gratis). Möseneder: „Ich informiere mich über Diagnose, Therapien, Nebenwirkungen etc. - relevante medizinische Daten und Fakten. Mir ist es ganz wichtig, dass eine Vertrauensbasis geschaffen wird, ein ungeschminktes Miteinander, jeder ist so wie er ist und das ist wunderbar. Ich kläre auch auf, dass Yoga nicht bedeutet, dass die Krebserkrankung verschwindet, aber hilft, diese schwierige Zeit besser zu meistern.“


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