Hüttmayr: "Man möge sich das Ergebnis ohne Josef Pühringer vorstellen"
BEZIRK. In der Wahlzentrale der ÖVP im Lebenshaus in Vöcklabruck tudelten am späteren Wahlnachmittag nur spärlich die Funktionäre aus den Gemeinden ein. Das Wahlergebnis ist auch für die ÖVP im Bezirk ernüchternd, wenngleich man auch Positives sieht. Zum Zeitpunkt der Erfassung dieses Beitrags betrug das Minus der Bezirk-ÖVP auch auf Landtagsebene über 10 Prozent.

Anton Hüttmayr, ÖVP-Bezirksobmann und Bürgermeister in Puchkirchen am Trattberg, bringt die Sache unumwunden auf den Punkt: „Man darf sich das Ergebnis der Wahl ohne dem Spitzenkandidaten Josef Pühringer gar nicht vorstellen. Es ist jetzt auch Zeit, die FPÖ zu 100 Prozent in die Verantwortung zu nehmen. Die Blau-Schwarze Zusammenarbeit auf Landesebene wird es geben müssen. Auf Bezirksebene hätte es auch viel anders, viel schlimmer kommen können.“ Bürgermeister Herbert Brunsteiner hat einen guten Grund zu feiern, wurde er doch mit 69,9 Prozent der Stimmen als Oberhaupt der Bezirksstadt bestätigt. Die Absolute der ÖVP in Vöcklabruck ging allerdings verloren. „Im Vergleich mit dem Land kann ich mich freuen“, so Brunsteiner gegenüber Tips. Es gibt noch ein paar Gemeinden, die für die ÖVP sehr erfreuliche Ergebnisse brachten: Ernst Bachler kam als Bürgermeisterkandidat in Berg im Attergau auf 96 Prozent, die ÖVP legte im Gemeinderat um 3,6 Prozent zu. ÖVP-Bürgermeisterin Nicole Eder in Steinbach kam auf 94,3 Prozent der Stimmen, ihr Vorgänger Franz Kneissl hatte 2009 63,9 Prozent erreicht. In Manning war die SPÖ nicht vertreten, die ÖVP gewann hier 22,9 Prozent dazu. Interessant und anders ist auch das Ergebnis in Innerschwand, der Heimatgemeinde von ÖVP-Landtagsabgeordneter Michaela Langer-Weninger: Die Verluste auf auf Landtagsebene betragen 15 Prozent auf Gemeindeebene 12 Prozent. In Wolfsegg hat Bürgermeisterin Barbara Schwarz 24,5 Prozent dazugewonnen und die ÖVP die abolute Mehrheit erkämpft. In Puchkirchen am Trattberg, der Heimatgemeinde von Anton Hüttmayr, entfielen auf ihn als Bürgermeister 79,2 Prozent der Stimmen, auf die ÖVP 70,5 Prozent der Stimmen und auf die FPÖ 29,4 Prozent der Stimmen. In der Analyse des Wahlergebnissedes zu eher ernüchternden Ergebnisses kamen die Funktionäre. Intern sei die Parteiarbeit der ÖVP vorzüglich gewesen. Man habe es aber versäumt, Reformen umzusetzen. Es sei halt nichts geschehen in Sachen Bürokartieabbau etc. und sich wegen der starken Verluste nur auf das Asylthema auszureden, sei zuwenig. Durchaus kritisch wird auch angemerkt, dass der Wirtschaftsfaktor in der Partei zu stark sei und dass die Menschlichkeit auf der Strecke bliebe. „Nun ist es leider schlimmer gekommen, als vermutet“, so ein altgedienter aber immer kritische Funktionär der ÖVP in seinem Statement.


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