ÖGB: Frauen haben mehr Arbeit, aber weniger Geld

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 07.03.2021 16:04 Uhr

BEZIRK VÖCKLABRUCK. ÖGB-Frauen fordern eine neue Frauenpolitik gegen den gesellschaftspolitischen Rückschritt.

Homeschooling und Kinderbetreuung zu Hause im Homeoffice, ältere Verwandte unterstützen, Druck, Ängste vor Erkrankung in systemrelevanten Berufen oder auch Einkommensverlust wegen Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit: Die Corona-Pandemie verlangt oberösterreichischen Frauen viel ab. „Leider hat die Krise bewirkt, dass sich Rollenbilder verschoben haben und veraltete Klischees durchbrechen“, zieht ÖGB-Regionalfrauenvorsitzende Christa Ensberger anlässlich des internationalen Frauentags Bilanz. „Wir brauchen einen Aufbruch in der Frauenpolitik. Die Forderungen nach Gleichstellung, besserer Bezahlung, neuen Arbeitszeitmodellen, Fairness bei Pensionen und flächendeckender, leistbarer Kinderbetreuung sind heuer aktueller denn je.“

Corona hat Schwächen im System offengelegt

Corona habe die Schwächen im System gnadenlos offengelegt. Es seien immer noch vorwiegend Frauen, die in Branchen mit niedriger Bezahlung arbeiten, sie seien es, die prekär arbeiten und als erste aus dem System fielen. Und es sind Frauen, die als Systemerhalterinnen einspringen müssten: „Wenn die öffentliche Unterstützung bei Kinderbetreuung und Versorgung Älterer wegbricht, landet ein Großteil der neu anfallenden unbezahlten Arbeit bei Frauen. Gleichzeitig wird die bezahlte Arbeit für Frauen weniger. Wir wollen uns aber nicht ins vergangene Jahrhundert katapultieren lassen“, meint Ensberger.

Neue Arbeitszeitmodelle, neue Betreuungsformen, neue Unterstützung

Wir müssten unser Zusammenleben grundlegend neu ordnen, fordert Ensberger. „Wir brauchen Familienarbeitszeitmodelle mit dem Ziel einer gerechteren Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit und eine Ausweitung der Altersteilzeit.“ Die Kinderbetreuung müsse sich gerade in Oberösterreich radikal verbessern. „Es ist eine Peinlichkeit, dass in vielen Gemeinden Kindergärten zu Mittag schließen und Kinder unter drei Jahren keinen Betreuungsplatz bekommen, was Eltern Erwerbsarbeit komplett verunmöglicht. Zusätzlich zu einer Kinderbetreuungsoffensive braucht es einen flächendeckenden Ausbau des Ganztagsschulangebots“, so Ensberger.

„Erste Hilfe“ für Frauen in der Pandemie

Aber auch kurzfristig gebe es viele Möglichkeiten, Frauen in der Corona-Krise zu unterstützen. „Der Corona-Tausender ist noch immer nicht umgesetzt. Viele schwangere Frauen haben noch immer keine Möglichkeit auf vorzeitigen Mutterschutz. Die Ferienbetreuung stellt immer noch viele Eltern vor große Hürden“, meint auch die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Elfriede Schober. Die ÖGB-Frauen fordern zudem eine Arbeitsmarktoffensive für Frauen und einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro. „Alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen können aber nur greifen, wenn die Kinderbildungs- und Pflegeangebote ausgebaut werden“, erinnert Schober. „Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Gesellschaft so gestalten, dass Frauen überhaupt die Möglichkeit bekommen, mit Männern gleichzuziehen!“

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