Postpartner in der Vöcklabrucker Innenstadt schließt
VÖCKLABRUCK. Das Stadtmarketing steht nach drei Jahren nicht mehr als Vertragspartner für die Postpartnerstelle in der Innenstadt zur Verfügung. Der Postpartner im Tourismusbüro schließt am 30. Juni 2022.

2019 fiel die Entscheidung der Post AG, die Postfiliale der Bezirkshauptstadt vom Stadtzentrum in die VARENA zu verlegen. Um Bürgern in der Innenstadt nach wie vor eine Postversorgung anbieten zu können, hat das Stadtmarketing Vöcklabruck auf Drängen der Kommunalpolitik hin im Juli 2019 die Aufgabe als Vertragspartner für eine Postpartnerstelle im Tourismusbüro angenommen. Die Räumlichkeiten im Tourismusbüro Vöcklabruck am Graben 8 wurden vom Mieter, dem damaligen Tourismusverband Vöcklabruck, gegen Beteiligung an den Mietkosten zur Verfügung gestellt.
Erhebliche Beeinträchtigungen
Beide Organisationen hatten der Aufgabe unter den Bedingungen zugestimmt, dass der Postpartner sich selber trägt und weder das laufende Budget des Vereines Stadtmarketing noch der reguläre Bürobetrieb im Tourismusbüro darunter leiden werden. In beiden Bereichen kam es jedoch in den vergangenen Jahren zu erheblichen Beeinträchtigungen.
Aufgrund der von der Bundesregierung verordneten Schließungen während aller Lockdowns, von denen auch der Postpartner im Tourismusbüro betroffen war, kam es zu Umsatzeinbußen und Mehraufwand in der Verwaltung. Dazu kam die Erkenntnis, dass sich die geteilte Fläche im Tourismusbüro weder für Kunden noch für Mitarbeiter der zwei parallellaufenden Betriebe Postpartner und Tourismusbüro eignet. Hohe Kundenfrequenz, steigender Bedarf an Lagerflächen beim Postpartner und räumliche Enge sind einige der Gründe dafür. Zudem hat der Tourismusverband Hausruckwald in seiner Eigenschaft als Hauptmieter der Räumlichkeiten Eigenbedarf der aktuell genutzten Fläche ab Juli 2022 gemeldet.
„Die geteilte Nutzung der Büroräumlichkeiten hat der Belegschaft vieles abverlangt. Ihr Einsatz und ihre Bereitschaft haben den Start der Post-Partnerschaft im Juli 2019 erst möglich gemacht. In Erinnerung möchte ich rufen, dass es Aufgabe und Verantwortung des börsennotierten, staatlichen Unternehmens Post AG ist, die Post Dienstleistungen in Österreich flächendeckend anzubieten. Fragwürdige Standortentscheidungen und das Modell der Post-Partnerschaft wälzen diese Verantwortung auf Unternehmen und öffentliche Institutionen ab“, so Elias Gavino-Schlager, Geschäftsführer Tourismusverband Hausruckwald.
Keine Lösung gefunden
All diese Umstände führten schlussendlich zur Entscheidung des Stadtmarketings, den Vertrag als Postpartner mit der Post AG zu kündigen und den Postpartner 4839 unter Einhaltung aller Fristen mit 30. Juni 2022 zu schließen. „Ich finde es schade, dass mit dem Postpartner im Tourismusbüro keine dauerhafte Lösung gefunden werden konnte. Mein Appell gilt den Verantwortlichen der Post AG alles zu tun, um eine zentrumsnahe Lösung schnellstmöglich zu finden“, sagt Bürgermeister Peter Schobesberger.
Obwohl auf vielen Wegen gemeinsam versucht, wurde im vergangenen Jahr keine Lösung für eine Weiterführung der Postpartnerstelle in der Innenstadt gefunden. Die jeweils agierenden Personen sowohl in der Kommunalpolitik als auch bei der Post AG wussten jederzeit über die Situation Bescheid, alle Schritte wurden immer vorab kommuniziert und abgesprochen. Die Mitarbeiter des Postpartners im Tourismusbüro wurden rechtzeitig über die Beendigung bzw. die Schließung informiert. Diese Ankündigung hat nun bereits zu personellen Veränderungen geführt. Von 19. April bis 30. Juni 2022 wird es beim Postpartner im Tourismusbüro nur mehr eingeschränkte Öffnungszeiten geben, und zwar von Montag bis Freitag, jeweils von 8.30 bis 12.30 Uhr.
Neuer Postpartner gesucht
Interessenten, deren Betrieb sich für eine Nachfolge als Postpartner in der Innenstadt eignen würde, können sich direkt an die Stadtgemeinde Vöcklabruck oder an die Post AG wenden. „Zum Glück gab es in den letzten drei Jahren wenigstens noch einen Postpartner im alten Postgebäude. Die Suche nach einem geeignetem Lokal sowie einem Träger gestaltet sich - genauso wie vor drei Jahren - extrem schwierig. Ich werde mich aber weiterhin dafür einsetzen, dass es wieder eine Postfiliale als wichtige Versorgung und Frequenzbringer im Stadtzentrum geben soll“, verspricht Elisabeth Kölblinger, Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin.


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