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ATTERSEE. Die Bundesforste werden demnächst Badeplätze an den Meistbietenden verpachten. Die Grünen fordern in einem Antrag an den OÖ Landtag, dass die Landesimmobiliengesellschaft durch Pacht oder gar Kauf freie Seezugänge sichert. 

 (Foto: Zoran Zeremski – stock.adobe.com)
(Foto: Zoran Zeremski – stock.adobe.com)

„Öffentliche Zugänge sind Mangelware - das ist das sattsam bekannte Problem an unseren Seen, allen voran am Attersee. Jetzt haben die politisch Verantwortlichen die Chance, sich diesem Problem konkret zu stellen“, so der Grüne Klubobmann Landtagsabgeordnete Severin Mayr. Die Bundesforste werden demnächst mehrere Badeplätze auf Jahre an den Meistbietenden verpachten. Aber diese wertvollen Plätze dürften kein Privatissimum werden. Das Land müsse dort den freien Seezugang sicherstellen oder noch besser diese Flächen selbst pachten oder gar kaufen.

Antrag eingebracht

„Dazu haben wir einen aktuellen Landtagsantrag eingebracht, der diese Vorgangsweise bei allen heimischen Seen einfordert. Wenn die Landespolitik nicht konsequent handelt, kennt man das allgemeine Badevergnügen am Attersee bald nur noch aus dem Album“, fordert der Mayr einen entsprechenden Auftrag von Landeshauptmann Thomas Stelzer an die Landesimmobiliengesellschaft LIG.

Als schöner, sonniger und ruhiger Badeplatz wird eine Fläche von den Bundesforsten im Inserat angepriesen: „Es ist längst überfällig, dass solche angepriesenen Schmuckstücke der Allgemeinheit zugutekommen. Nicht nur einer Klientel, die bereit ist, mindestens 2.400 Euro Jahrespacht dafür zu zahlen“, sieht Mayr das Land in der Pflicht.

„Richtschnur für Entscheidungen“

Für den Grünen Raumordnungssprecher Landtagsabgeordneten Rudi Hemetsberger ist dies nicht nur eine Selbstverständlichkeit im Sinne des Gemeinwohls. Es sei geradezu eine Verpflichtung durch die Landesverfassung. Dort ist auf Druck der Grünen verankert, dass sich das Land OÖ zum freien Zugang der Allgemeinheut zu Wäldern, Bergen, Seen, Flüssen und anderen Naturschönheiten Oberösterreichs bekennt. „Es geht hier nicht um eine lapidare Erklärung, sondern um eine Bestimmung der Landesverfassung. Diese gibt den Verantwortlichen den Weg vor und ist die Richtschnur für Entscheidungen“, betont Hemetsberger.

Entscheidungen und Taten seien überfällig, so die Grünen. Denn nur noch 13 Prozent der Uferlänge des Attersees sind öffentlich zugänglich, satte 76 Prozent sind in Privatbesitz. „Es kann nicht sein, dass der freie Weg zum Attersee zum Spießrutenlauf wird und an Verbotsschildern endet. Die heimische Bevölkerung ist völlig zu Recht sauer über diese schleichende Privatisierung. Es liegt an den Landesverantwortlichen, dies endlich und nachhaltig zu stoppen. Sonst ist Attersee bald nur noch ein privater Wellnessbereich“, meint Hemetsberger.


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