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VORCHDORF. Diskussionen um Flüchtlinge werden meist von Meinungen und Ängsten dominiert. Damit auch die Fakten nicht zu kurz kommen, gab der Scharnsteiner Herbert Mayrhofer in der Kitzmantelfabrik einen Einblick in die Herkunftsländer jener Menschen, die nach Österreich kommen.

Mayrhofer beschrieb die Situation in Syrien, Iran, Irak und Afghanistan.
  1 / 2   Mayrhofer beschrieb die Situation in Syrien, Iran, Irak und Afghanistan.

Das „Willkommen heißen“ der 50 Flüchtlinge in Vorchdorf habe gut funktioniert, nun gehe es um die Integration in die Gesellschaft, hob Bürgermeister Gunter Schimpl am Beginn des Vortrages die Leistungen der Plattform „Daheim in Vorchdorf“ hervor. Plattform-Vertreterin Ulrike Ellinger betonte die Bedeutung des persönlichen Kontakts – nur so könnten die Asylwerber die Regeln in der für sie neuen Gesellschaft lernen.

Dass es dabei viele Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt, wurde in den Ausführungen von Herbert Mayrhofer klar. Der Politologe und Journalist beschrieb die historische Entwicklung von Syrien, Iran, Irak und Afghanistan und stellte dabei immer wieder Bezüge zur aktuellen Situation her. So sei es etwa kein Zufall, wenn Menschen aus Afghanistan nach Deutschland wollen: Viele haben beim Nato-Einsatz für die Deutschen gearbeitet und werden nun unter Kollaborationsverdacht verfolgt. Eine Flucht nach Deutschland liegt für sie nahe.

„Feinden wir uns nicht an!“

Die meisten Flüchtlinge bleiben jedoch, zumindest vorerst, in der Region: Die Türkei und der kleine Libanon beherbergen zusammen 3,5 Millionen Menschen aus Syrien. „Die Menschen haben Hoffnung, wollen zurück. Aber dann vergehen die Jahre, die Kinder werden größer, und man sieht: Es gibt in diesen Lagern für sie keine Zukunft“, erklärt Mayrhofer. Dass sich die Menschen daher auch nach Europa aufmachen, sei nachvollziehbar, so der Scharnsteiner, der appellierte: „Es ist ein wichtiges Thema, wie wir damit umgehen. Diskutieren wir darüber. Bleiben wir im Gespräch. Feinden wir uns nicht an!“ Europa stehe dabei auf dem Prüfstand: „Dass alle Menschen gleich an Rechten und Würde geboren sind, gehört zu den europäischen Grundrechten. Daran werden wir gemessen“, gab Mayr-hofer zu bedenken.

Er selbst hat sich, gemeinsam mit seiner Frau Martina, entschlossen, Flüchtlinge zu unterstützen. Beide waren seit vergangenem Sommer immer wieder mit Hilfskonvois entlang der Flüchtlingsroute unterweg und haben auch eine syrische Familie aufgenommen: „Unser Einsatz hat unser Leben verändert.“


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