Was der Einsatz effizienter Haushaltsgeräte wirklich bringt
VORCHDORF. „Die Energieeinsparungen bei neuen Haushaltsgeräten sind so marginal, dass sich ein Tausch in 100 Jahren nicht rentiert“, wird oft an den Stammtischen behauptet. Untermauern kann diese Tatsache jedoch meist niemand. Nur wer dies tatsächlich misst, kann die Einsparung eruieren.

Gemeinsam mit der Klima- und Energie Modellregion (KEM) hat die Gemeinde Vorchdorf die Umrüstung einiger Haushaltsgeräte mit einer Messreihe dokumentiert. „Die Ergebnisse haben uns sehr positiv überrascht“, fasst KEM-Geschäftsführer Horst Gaigg zusammen. Im Zuge des KEM-Förderprogramms „Energiesparende Sofortmaßnahmen“ tauschte man einige Haushaltsgeräte in den Vorchdorfer Amtsgebäuden aus. Gemessen wurde der Stromverbrauch der alten Geräte und nach dem Tausch jener der neuen Geräte. Nur beim Wäschetrockner gab es aufgrund eines Schadens keine alten Messdaten.
Veränderter Stromverbrauch dokumentiert
Die Ergebnisse im Einzelnen:
* Einbau-Kühlschrank im offenen Technologielabor (Otelo): „Der alte Kühlschrank war ein klassischer energiefressender Küchendinosaurier mit meist angeeistem Gefrierfach“, sagt Christian Hummelbrunner, der die Datenerhebung begleitet hat. „Der gemessene Stromverbrauch lag bei 325 Kilowattstunden pro Jahr, was einem sehr hohen Wert entspricht.“ „Beim neuen Kühlschrank wurde das nicht benötigte Gefrierfach ausgespart und ein besonders effizienter A+++ Kühlschrank angeschafft“, so Martin Hollinetz vom Otelo. Der ermittelte Stromverbrauch beim neuen Gerät liegt nun bei nur mehr 46 kWh pro Jahr. Die Einsparung damit etwa 280 kWh oder 45 Euro pro Jahr.
* 400 Liter Stand-Gefrierschrank im Kindergarten Kitzmantelstraße: „Auch bei diesem älteren Modell wurde ein jährlicher Stromverbrauch von rund 1100 Kilowattstunden gemessen“, erklärt Gaigg. „Das neue Modell kommt trotz gleicher Größe auf gemessene 200 Kilowattstunden pro Jahr und dies passt auch gut mit der Herstellerangabe von 191 Kilowattstunden pro Jahr zusammen.“ Die jährliche Einsparung beträgt hier 900 Kilowattstunden pro Jahr oder 140 Euro. „Damit konnten wir nachweisen, dass ein Kühlschranktausch Energie und Geld sparen kann“, freut man sich in der KEM über die Widerlegung der Stammtischmärchen.
* Waschmaschinen: Neue Waschmaschinen verbrauchen bei einem 60-Grad-Waschgang 0,98 Kilowattstunden, zehn Jahre alte etwa 1,20 und 20 Jahre alte 1,74 Kilowattstunden.
* Geschirrspüler: Moderne Geschirrspülmaschinen der Effizienzklasse A+++ verbrauchen maximal 237 Kilowattstunden pro Jahr, ältere Maschinen (über zehn Jahre) rund 365. Zudem eine Senkung des Wasserverbrauchs um 40 Prozent.
* Wäschetrockner: Am günstigsten sind natürlich immer noch Sonne und Wind. Geräte der Energieeffizienzklasse A verbrauchen bis zu 65 Prozent weniger Energie als ein konventionelles Abluft-Gerät der Klasse C. Die sparsamsten Waschmaschinen verbrauchen derzeit etwa 89 Kilowattstunden pro Jahr, also etwa die Hälfte einer normalen A+ Maschine.
* Effiziente Heizungs(-zirkulations)pumpen: Größter Stromverbraucher im Haushalt sind nicht Waschmaschine oder Herd, sondern die Heizungspumpe, die etwa 4000 Stunden pro Jahr im Einsatz ist. Der Anteil der unscheinbaren Pumpe am Gesamtstromverbrauch beträgt bei alten Modellen etwa zehn Prozent oder zwischen 70 und 150 Euro im Jahr. Hocheffizienz-Pumpen verbrauchen nur einen Bruchteil an Strom von älteren Modellen. Sie sparen bis zu 80 Prozent Strom ein. Ein Tausch ist hier also besonders lohnend.
Weitere Infos und Details zu den Einsparungen findet man unter www.energie-salzkammergut.at/energie-news/energie-News.


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