"Konsumenten aufklären, dass wir durch unsere kleinen Strukturen klimaschonend produzieren"
VORDERSTODER. Dem Ortsbauernobmann Johannes Platzer aus Vorderstoder ist die richtige Information der Konsumenten ein großes Anliegen.

Als jüngster von sechs Kindern hat Johannes Platzer den Hof der Eltern übernommen und führt den Grünlandbetrieb mit 20 Milchkühen und Nachzucht. Im Sommer dürfen die Jungtiere auf die Bärenalm. Seine Frau Andrea und seine Eltern helfen am Hof mit.
Aktives Ortsleben
Der 37-Jährige ist neben seiner Tätigkeit als Ortsbauernobmann auch als Trachtenvereinsobmann und Fraktionsobmann sehr aktiv im Ortsleben. „Ich denke, es ist wichtig für den Ort – für die Jugend und die Gemeinschaft – wenn sich etwas tut“, so der zweifache Vater, der seit 2015 Ortsbauernobmann ist. Rund 60 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Vorderstoder. 30 davon werden noch im Vollerwerb geführt. „Die Landwirtschaft im Ort ist sehr kleinstrukturiert. Landschaftspflege wird bei uns noch erhalten, das schätze ich sehr“, so Johannes Platzer, der betont: „deshalb liegt auch dem Tourismus etwas daran, dass die kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten bleibt.“
Geringe Ozonbelastung
„Man hört oft, dass die Landwirtschaft an der Ozonbelastung beteiligt ist. Die Fleischproduktion wird in den Medien oft schlecht gemacht. Ich denke jedoch nicht, dass wir in Österreich Co²-belastend produzieren. Die Politik ist nun gefragt, die Menschen darüber aufzuklären, dass wir durch unsere kleinen Strukturen klimaschonend produzieren“, sagt Johannes Platzer und weißt auf eine Studie des Umweltbundesamtes (2015) hin. Darin sei ersichtlich, dass die Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft seit 1990 um 17 Prozent gesunken sind.
Unsicherheit vermeiden
„Die Konsumenten sollen sich nicht verunsichern lassen. Wenn sie regionale Produkte kaufen, leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz, da lange Transportwege vermieden werden. Außerdem werden viele Arbeitsplätze in der Region erhalten und die Kulturlandschaft wird geschützt“, so Johannes Platzer.
Verbauung von Boden
„Zu mir hat einmal jemand gesagt: ,Landwirtschaft hat goldenen Boden' – das stimmt. Wenn die Verbauung vom Boden so weiter geht, ist in 200 Jahren fast kein landwirtschaftlicher Grund mehr vorhanden. Der Schutz des Bodens ist ein Schutz des Klimas“, betont der Ortsbauernobmann: „Wir schützen den Boden durch umweltgerechte Bewirtschaftung.“


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