Waidhofner Hochwasserschutz feierlich eröffnet
WAIDHOFEN/THAYA. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Hochwasserschutzanlage der Stadtgemeinde am Sonntag, 4. September feierlich eröffnet. Im Beisein von Vertretern des Landes Niederösterreichs und der Stadt Waidhofen wurde gemeinsam mit der Bevölkerung in der neu adaptierten Manz-Halle gefeiert.

Nach der Begrüßung durch den zuständigen Stadtrat Alfred Sturm (ÖVP) konnten die Festgäste in einer Präsentation von Peter Klein (Ingenieurgemeinschaft Umweltprojekte) einen Eindruck über den Umfang und den Ablauf des Projektes gewinnen.
„Wasser ist Leben! Wasser kann aber auch lebensbedrohlich werden“, begann dann Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP) ihre Grußworte und wies auf die die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Hochwasserschutzmaßnahmen hin.
„Ich freue mich, dass durch den Hochwasserschutz das Stadtgebiet von Waidhofen zukünftig von Überschwemmungen verschont bleibt. Bedanken möchte ich mich bei allen bauausführenden Firmen, Behörden und der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit und bei den Fördergebern von Bund und Land für die finanzielle Unterstützung“, so Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) in seiner Festrede. „Ein besonderer Dank gilt hier auch den Anrainern für die Geduld und das Verständnis, welche sie für die Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten hatten“, betonte das Stadtoberhaupt.
Die offizielle Übergabe der Hochwasserschutzanlage erfolgte durch Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP). In seiner Rede hob er den beispiellosen Einsatz der Männer und Stadtgemeinde Frauen der Freiwilligen Feuerwehren bei Katastrophen hervor. „Wir sind dank der Freiwilligen Feuerwehren eine Supermacht der Freiwilligen“, so Pernkopf. Er kündigte aber auch weitere Investitionen an: „Leider blieb Niederösterreich auch im Sommer 2016 nicht vor Hochwasser verschont und es zeigte sich einmal mehr, dass sich die Investitionen in Schutzanlagen nicht nur finanziell sondern auch menschlich lohnen, denn die ständige Angst vor Hochwasser lässt natürlich auch die Lebensqualität der Bevölkerung sinken. Daher werden wir in Niederösterreich auch 2016 weitere 91 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investieren.“
Stadtpfarrer Josef Rennhofer und die evangelische Pfarrerin Birgit Schiller führten abschließend gemeinsam die Segnung der Hochwasserschutzanlage durch. Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgte das Blasorchester Waidhofen.
Dauerhafter Schutz durch verschiedene Maßnahmen
Für die Thaya im Gemeindegebiet von Waidhofen wurde gemeinsam mit dem Land Niederösterreich ein Gesamtkonzept für einen 100-jährlichen Hochwasserschutz ausgearbeitet. Waidhofen ist mit dieser Eröffnung die erste Gemeinde im Waldviertel, die im Stadtgebiet einen vollständigen Hochwasserschutz errichtet hat.
Seit dem Spatenstich im September 2013 wurden umfangreiche bauliche Maßnahmen durchgeführt. Nach den Abbrucharbeiten wurden im ersten Bauabschnitt am ehemaligen Manz-Areal Flutmulden, die Grundablassanlage und die Streichwehr fertiggestellt. Neben dem Campingplatz, der durch Geländeanhebungen vor zukünftigen Überschwemmungen geschützt ist, wurden weitere bauliche Maßnahmen zum Schutz umgesetzt.
Im zweiten Bauabschnitt wurde die 275 meter lange Ufermauer in der Badgasse und Mühlgasse in zwei Bauetappen im Mai 2016 fertig gestellt. In der Badgasse, Mühlgasse, Thayalände und vor der Lederergasse stehen zusätzlich mobile Hochwasserschutzanlagen für den Ernstfall zur Verfügung. Nach der Sanierung der ehemaligen Manz-Halle wird diese zukünftig als zentrales Hochwasserschutz- und Katastrophenschutzlager genutzt.
Die Stadtgemeinde Waidhofen hat mit Unterstützung des Landes und dem Bund rund 3,8 Millionen Euro in das Projekt Hochwasserschutz investiert. Insgesamt wurden unter anderem 15.000 m³ Material bewegt, 50 Tonnen Stahl und 1.500 Tonnen Wasserbausteine verarbeitet. Rund 1.200 m³ Beton, 2.450 m² Asphalt und 160 Meter Drainageleitungen sorgen für eine Sicherung der Stadt vor zukünftigen Hochwassern.
VizebürgermeisterGottfried Waldhäusl (FPÖ) freut sich über die Fertigstellung der Anlage und betont, „3,8 Millionen Euro ist sehr viel Geld. Geld, das aber kaum besser investiert werden konnte. Denn der größte Gewinn ist für uns, die Gewissheit zu haben, dass unsere Bürger wieder ruhig und ohne Angst vor drohenden Überflutungen schlafen können“.
Seit dem „Katastrophenjahr“ 2002 wurden in Niederösterreich eine Vielzahl an Schutzanlagen gebaut, insgesamt wurden damit schon 255 Gemeinden sicherer gemacht. Die nächsten größeren Maßnahmen sind unter anderem in Hadersdorf-Kammern (Kamp), Seitenstetten (Trefflingbach), Lanzenkirchen (Leitha) und Hofstetten-Grünau (Pielach) geplant.


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