Bezirk Waidhofen/Thaya ist Spitzenreiter bei E-Autos
WAIDHOFEN/THAYA. Österreich hat es heuer an die EU-Spitze bei den neuzugelassenen E-Pkw geschafft, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei den Bezirken ist Waidhofen/Thaya mit 5,4 Prozent der Champion - es wurden heuer mehr neue E-Pkw neuzugelassen als beispielsweise in ganz Polen.

Damit E-Pkw den Durchbruch schaffen, braucht es auf EU-Ebene niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen. In Österreich ist die Ladeinfrastruktur zu verbessern und auf regionaler Ebene E-Carsharing zu forcieren, betont der VCÖ.
„Im Bezirk Waidhofen/Thaya wurden heuer mehr E-Pkw neu zugelassen als in ganz Polen“, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer auf ein überraschendes Ergebnis einer aktuellen VCÖ-Analyse aufmerksam. Der Bezirk hat österreichweit den höchsten Anteil an Batterie-Elektrischen Autos an den Pkw-Neuzulassungen. Der Anteil im Waldviertler Bezirk ist mit 5,4 Prozent mehr als vier Mal so hoch wie im Österreich Schnitt und sogar 18 Mal so hoch wie in Deutschland.
Weiteres erfreuliches Ergebnis der VCÖ-Analyse: Österreich ist bei den Batterie-Elektrischen Autos der Spitzenreiter in der EU. Hinter Österreich erreichen Frankreich und die Niederlande mit jeweils 1,0 Prozent Silber. Knapp mehr als 45.000 Batterie-Elektrische Pkw wurden in der EU in den ersten neun Monaten neu zugelassen, davon fast 3.000 allein in Österreich. „Würde die EU einen E-Auto Anteil wie der Bezirk Waidhofen/Thaya haben, dann wären heuer nicht 45.000, sondern rund 600.000 E-Autos auf die Straßen gekommen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.
Auch der Bezirk Horn schafft es mit 2,6 Prozent E-Auto Anteil unter die Top 10 im österreichweiten Bezirksranking. In Niederösterreich folgen die Bezirke Mistelbach (2,4 Prozent), Krems-Land (1,7 Prozent) und Gänserndorf (1,6 Prozent) auf den Plätzen, so die VCÖ-Analyse. Am niedrigsten ist der Anteil in Schwechat (0,4 Prozent) und im Bezirk Hollabrunn (0,5 Prozent).
Bezirk Waidhofen: Gemeinden und Unternehmen gehen voran
Vorreiter innerhalb Österreichs ist Niederösterreich beim kommunalen E-Carsharing. Bereits rund 40 Gemeinden in Niederösterreich bieten E-Carsharing an, davon alleine fünf im Bezirk Waidhofen. Die Gemeinde schafft dabei das Fahrzeug an, die Bevölkerung kann dieses gegen eine geringe Gebühr ausleihen. „Haushalte können sich damit beispielsweise das Zweitauto und damit viel Geld sparen“, so VCÖ-Experte Gansterer. Auch Wohnanlagen sind sehr gut für E-Carsharing geeignet. Die gemeinsam angeschafften E-Pkw können je nach Bedarf genutzt werden – auch diese Lösungen sind günstiger als ein eigenes Auto. Zweitautos sind im Schnitt weniger als eine Stunde am Tag im Einsatz, macht der VCÖ aufmerksam.
Eine weitere wichtige Rollet im Bezirk spielt dabei der Firmensitz von FutureDriving im Bezirk mit ihren fast 20 E-Autos, ebenso auch der teilweise elektrische Fuhrpark der W.E.B Windenergie AG und das Engagement der Energieagentur der Regionen mit ihren E-Carsharing-Projekten. FutureDriving bietet sein flexibles eAuto-Mietkonzept österreichweit an und hilft dabei die noch vorhandenen Unsicherheiten des eAuto-Marktes zu überbrücken. Unter anderem kann man bei einer Langzeitmiete einmal pro Jahr den Autotyp wechseln, wenn z.B. ein leistungsfähigeres eAuto auf den Markt kommt und dieses besser in das Fahrprofil eines Kunden passt.
VCÖ fordert mehr politischen Willen zur Umsetzung
Auf Bundesebene ist in Österreich die Ladeinfrastruktur zu verbessern und der Ausbau zu fördern. „Mit der wachsenden Anzahl der E-Autos braucht es neben den privaten Lademöglichkeiten zu Hause oder am Arbeitsplatz auch mehr öffentlich zugängliche Ladestationen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem ist die Information über die Standorte der Ladestationen zu verbessern und vor allem auch die Zugänglichkeit für alle sicherzustellen.
Gefordert ist auch die EU-Ebene. Das Klimaabkommen in Paris sieht den Ausstieg aus fossiler Energie bis zum Jahr 2050 vor. In 33 Jahren muss das Verkehrssystem unabhängig vom Erdöl funktionieren. Damit die E-Pkw in der EU in Fahrt kommen, braucht es auf EU-Ebene rasch niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen. „Die Politik muss Vorgaben setzen, damit die Hersteller deutlich mehr E-Pkw Modelle auf den Markt bringen. Je früher, umso besser für die Umwelt und die Wirtschaft. Hier gibt es um einen weltweiten Markt, Vorreiter zu sein heißt, viele Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern“, betont VCÖ-Experte Gansterer.
Österreich hat sehr gute Voraussetzungen in der EU das Kompetenzzentrum für klimafreundliche Mobilität zu werden. Österreich hat zahlreiche innovative Technologie-Unternehmen, eine international anerkannte Autozulieferindustrie und auch eine starke Bahnindustrie. „Das Klimaabkommen von Paris bedeutet, dass weltweit klimafreundliche Mobilitätsangebote nachgefragt werden. Für das Exportland Österreich eine enorme Chance, die Arbeitsplätze der Zukunft zu sichern“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch bei den mit der Bahn gefahrenen Kilometern ist Österreich in der EU mittlerweile der Spitzenreiter mit durchschnittlich 1.427 Kilometer pro Person.


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