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Einer, der sich nicht unterkriegen lässt
WAIDHOFEN/YBBS. Es war ein Konzert der widersprüchlichsten Emotionen. Allemal aber eines, das jeden forderte, den Hauptakteur vermutlich am meisten: Die Rede ist von Wolfgang „Wolferl“ Ambros.

Auf seiner diesjährigen Tour durch die Lande (er spielt heuer insgesamt 65 Konzerte!) machte er auch in Waidhofen Station. Mit im Gepäck hatte er Karin Rabhansl aus Bayern. Das „Gitarrenmädchen“, wie sich die 28-Jährige selbst nennt, wärmte mit teils humorigem (“Mogst schmusn mia wad´s wurscht“), teils nachdenklichem (“Singa“) Liedgut den ausverkauften Plenkersaal für das Nachfolgende auf. Und dann kam endlich er, der Godfather des Austro-Pop, schwer gezeichnet von mehreren Bandscheibenoperationen und einem Leben, das er stets ohne Kompromisse und vielleicht ein paar Mal zu oft auf der Überholspur gelebt hat. Seinem 2006 ausgerufenen Imperativ „Steh grod“ konnte er nicht mehr Folge leisten und so absolvierte er das Konzert auf dem Barhocker. Mit der Uralt-Nummer „Es ergibt si nix“ (1976) eröffnete er sein Programm, begleitet von seinem langjährigen Gefährten und Musikkollegen auf dem Klavier Günter Dzikowski und Gitarren-Neuzugang Roland Vogel. Wolferls launige Anmoderationen zwischen den Nummern vermittelten Clubatmosphäre und sorgten für Ge-lächter. Ab und an begann er einen Satz, beendete aber einen anderen. Hilfreich zur Seite stand durchgehend Freund Dzikowski, der Ambros einfing, wenn er sich zu sehr im Plauderton verstieg.Querschnitt durch 45 Jahre österreichische Pop-MusikInsgesamt ließ die Programmauswahl, vor allem im ersten Teil, das Herz jedes eingefleischten Ambros-Fans höher schlagen. Dennoch: Auch Zugnummern fehlten nicht und so animierte das österreichische Pop-Urgestein mit „Zwickt´s mi“ oder „Da Hofa“ sein Publikum zum Mitsingen und holte es damit direkt ab. Ein Wort zu den Besuchern: Großzügig, man möchte fast sagen gnädig, zollt das Waidhofner Publikum mit Standing Ovations selbst dann Respekt, wenn nicht mehr jeder Ton getroffen wird oder jeder Schmäh zündet. Ambros dankte seinerseits wiederum mit Zugaben und gab dem Volk, was das Volk begehrte. Seinen Modus Vivendi für „Schifoan“ hat er offensichtlich darin gefunden, dass er das singende Publikum schlicht auf der Gitarre begleitet und nur ge-legentlich ein paar Textzeilen mitsingt. Die musikalische Zeitreise, auf die Ambros uns mitgenommen hat, war für den einen oder anderen Besucher bestimmt auch eine Zeitreise durch sein eigenes Leben. Ein kurzer Blick nach dem Konzert hinter die Kulissen zeigte allerdings die Erschöpfung des Künstlers. Ein Fotoshooting lehnte er ab. Das ging nicht auf sein bekennendes Grantlertum zurück, hier sagte jemand Nein, der alles gegeben hatte und einfach nicht mehr konnte. Auf dem Nachhauseweg mag sich so mancher Hardcore-Fan wehmütig gefragt haben: „Wia heart des auf, wia wiard des Weitergeh'?“


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