Hofübergabe in der Bezirksbauernkammer Waidhofen/Ybbs: Wührer folgt Hirner

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Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 23.09.2019 07:11 Uhr

WAIDHOFEN/YBBS. Bei der Vollversammlung der Bezirksbauernkammer Waidhofen/Ybbs am Dienstag, 17. September 2019, in der Fachschule Hohenlehen wurden die politischen Weichen in der Bezirksbauernkammer neu gestellt.

Klaus Hirner, der seit 2009 Obmann der Bezirksbauernkammer war, legte diese Funktion aus gesundheitlichen und aus Gründen der Pensionierung als Betriebsführer in seinem mit seiner Frau Elisabeth in Hollenstein/Ybbs bisher gemeinsam geführten Milchviehbetrieb mit Urlaub am Bauernhof zurück.

Besondere Verdienste um Bio-Milch

Hirner erwarb sich besondere Verdienste um den Einsatz für die Bio-Milchbauern im Ybbstal. Als 2009 etwa 150 Bio-Milchbauern ohne Abnehmer dastanden, organisierte er mit einigen selbst betroffenen Milchbauern unter Beistand der NÖ Landwirtschaftskammer die Gründung einer Auffanggenossenschaft. Dadurch war es möglich, dass alle in den Wirren der IG-Milch-Bewegung gestrandeten Bio-Milchbauern in der NÖM wieder einen Abnehmer fanden und so erst die Milchlieferung wieder aufnehmen konnten. Heute sind alle Betriebe, die wieder über eine Genossenschaft Milch liefern wollten, dort wieder gut aufgehoben.

Unterstützung bei überzogenen AMA-Kontrollen

Besonderen Einsatz zeigte Hirner auch, als überzogene AMA-Kontrollen im Bezirk Waidhofen/Ybbs und Amstetten stattfanden und daraus resultierende Sanktionen die Bauern mutlos machten. Gemeinsam mit ÖVP-Labg. Anton Kasser, Funktionären der Bezirksbauernkammer und vielen erforderlichen Einsprüchen durch die Bauernkammer konnte erreicht werden, dass für viele Betriebe angedrohte Sanktionen dann doch nicht wirksam wurden beziehungsweise bereits einbehaltene Strafgelder wieder ausbezahlt wurden.

Diskussionen um Einheitswert

Harte Diskussionen waren zu führen in der Einheitswert-Hauptfeststellung, im Bezirk Waidhofen/Ybbs betrugen die Einheitswert-Erhöhungen durchschnittlich 20 Prozent. Die Klimaveränderungen sind in der Landwirtschaft auch klar zu spüren, die Landwirtschaft ist Hauptbetroffener von Dürre, Überschwemmungen und Schädlingsbefall in land- und forstwirtschaftlichen Kulturen. Viele Interventionen für diese und viele andere Probleme gab es zu tätigen.

Ausgezeichnet mit Großer Goldener Kammermedaille

Der Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer Abg.z.NR Johannes Schmuckenschlager kam selbst zur mit zahlreichen Ehrengästen besetzten Vollversammlung und dankte Hirner für seine zehnjährige Tätigkeit als Kammerobmann der Bezirksbauernkammer Waidhofen/Ybbs. In Würdigung seiner Verdienste erhielt Obmann Hirner die Große Goldene Kammermedaille.

Nachfolger Mario Wührer 

Der bisherige Landeskammerrat und WVP-Vizebürgermeister der Stadt Waidhofen/Ybbs Mario Wührer aus Windhag folgt Hirner in dieser Funktion. Schon fast eine Erbfolge, denn auch der Großvater Ignaz Wührer war Kammerobmann in Waidhofen und der Urgroßvater, ebenfalls Ignaz Wührer, war sogar der erste Kammerobmann überhaupt in Waidhofen/Ybbs ab Gründung im Jahre 1922. Mario Wührer war bereits von 2010 bis 2015 Kammerobmannstellvertreter und wurde 2015 in die Vollversammlung der NÖ Landwirtschaftskammer  in St.Pölten gewählt. Diese Funktion übt er bis heute aus, wird sie aber bei der Kammerwahl im Frühjahr 2020 abgeben.

Aktuelle Herausforderung: Klimawandel

Die aktuellen Herausforderungen sieht Mario Wührer in den Auswirkungen des Klimawandels. Die Landwirtschaft wird oft völlig falsch nur als Verursacher der CO²-Belastungen hingestellt. Alle Pflanzen in Feld und Wald nehmen CO² auf und reparieren sozusagen mehr Emissionen, als die Landwirtschaft selbst verursacht. Die CO²-Bilanz in der Landwirtschaft selbst ist weiterhin sehr positiv. Weitere Einsatzfelder sieht Wührer in der Weiterentwicklung der Digitalisierung in der Landwirtschaft und ganz aktuell in guten Verhandlungen zur anstehenden Diskussion in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP). Schon mit diversen Ausgleichszahlungen gehen im Bezirk Waidhofen/Ybbs jährlich etwa ein Prozent der Betriebe verloren. Die Ausgleichszahlungen für die Bauern sind ein Muss, sollte es seitens der EU diesbezüglich Reduktionen geben, müssen die Fehlbeträge aus nationalen Mitteln ausgeglichen werden. Sonst sind nicht nur unsere Höfe im Ybbstal in Gefahr, sondern auch unsere hervorragend gepflegte Kulturlandschaft.

Neu im Ausschuss: Nina Helm

Neu in den Hauptausschuss wurde Nina Helm aus Ybbsitz gewählt. In der Vollversammlung der Bezirksbauernkammer folgt Gerlinde Hirtenlehner aus Waidhofen/Ybbs dem ausgeschiedenen Obmann Klaus Hirner.

Dazu erreichte uns folgender Leserbrief (10. Oktober): https://www.tips.at/nachrichten/waidhofen-ybbs/land-leute/484093-wirren-der-ig-milch-oder-verwirrte-landwirtschaftskammer

 

 

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