Zeitzeugenbericht der zweiten Generation an der Wirtschafts- und Musikmittelschule
WAIDHOFEN/YBBS. Die Schüler der 4. Klassen der WMMS Waidhofen erhielten die Möglichkeit, den Erinnerungen von Ingrid Portenschlager und Esther Dürnberger vom Verein „Lila Winkel“ zu lauschen. Zum Einstieg berichteten die beiden Frauen über wichtige historische Hintergründe und Fakten rund um den Zweiten Weltkrieg.

„Kein Brot ist hart. Kein Brot zu haben, das ist hart“ bekam für die jungen Menschen ein anschauliches Verständnis. Ingrid Portenschlager gab einen Einblick in die Lebensgeschichte ihres Vaters Ernst Reiter. Dieser wuchs teilweise als Vollwaise bei seiner Großmutter und Tante auf und war als sehr gläubiger Mensch gegen den Krieg. Er verweigerte den Wehrdienst und wurde im Zuge dessen in das KZ Flossenbürg deportiert.
Alltag im Konzentrationslager
Ingrid Portenschlager und Esther Dürnberger erzählten von seinem tragischen „Alltag“ im Konzentrationslager, der von Hungersnot, Folter und unmenschlicher körperlicher Tätigkeit geprägt war. Dennoch überlebte Ernst Reiter die vielen Jahre in Gefangenschaft und konnte so seine Geschichte weitergeben. Seine Tochter Ingrid Portenschlager erzählte zudem authentisch und mitreißend über ihre Kindheit und einen Vater, der es schaffte, trotz seiner Erlebnisse ein lebensfroher und optimistischer Zeitgenosse zu sein.
Töchter halten Erinnerung wach
Ernst Reiter wurde schließlich 91 Jahre alt und war stets unterwegs, um seine Geschichte zu verbreiten. Durch seine beiden Töchter, die Zeitzeugen der zweiten Generation, bleiben die Erinnerungen auch heute noch am Leben. Einen großen Dank an den Verein „Lila Winkel“ und insbesondere an Ingrid Portenschlager und Esther Dürnberger für diesen informativen sowie berührenden Vortrag. Es ist wichtig, dass die Jugend von heute dazu angehalten wird, ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlernen und „Nein“ zu negativem Gruppenzwang, Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten zu sagen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden