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WAIZENKIRCHEN. Wenn ein Hochwasserdamm die Gemeinde spaltet: Der Verein „Dammfrei“ setzt sich seit mehr als zwei Jahren dafür ein, das geplante Hochwasserschutzprojekt in Waizenkirchen nochmals zu überdenken und fordert Alternativen. Im Gegenzug haben sich Dammbefürworter formiert und wollen das Hochwasserprojekt in ihrer Gemeinde so schnell wie möglich durchsetzen.

Viele wünschen sich ein "dammfreies" Waizenkirchen.
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In der Gemeinde Waizenkirchen prallen gerade zwei Welten aufeinander - jene der Dammgegner, die sich statt einem sechs Meter hohen Schutzdamm Alternativen wünschen und jene der vom Hochwasser immer wieder betroffenen Menschen. Rund 80 Unterschriften hätten die Dammbefürworter bereits gesammelt, die nun auch erstmals ihre Sicht auf das Hochwasserprojekt öffentlich darlegen. „Es geht uns darum, auf die Gefahren und die Auswirkungen des Hochwassers aufmerksam zu machen, und es liegt uns fern, Ängste anderer zu negieren. Aber dasselbe erwarten wir auch für uns“, heißt es in einem Flugblatt der Dammbefürwörter. Die Verantwortlichen für diese Information wollen derzeit noch anonym bleiben. Nur so viel: Es soll sich zum Großteil um Bewohner entlang der Aschach in den Ortschaften Auwies, Breitwies, Esthofen, Parzham, Punzing, Stroiß sowie in der Kienzlstraße, in der Schiffermüller Straße, am Trappelweg und der Webereistraße handeln.

Kritik an „Dammfrei“-Argumenten

Kritisiert werden darin unter anderem die Argumente der Dammfrei-Mitglieder und Gegner des Hochwasserdammes in der Gemeinde Waizenkirchen. Im Informationsblatt heißt es weiter: „Bei der Diskussion engagieren sich Leute, die das Hochwasser nur aus sicherer Entfernung und Seehöhe kennen und noch nie selbst gefährdet oder betroffen waren. Man sieht die Welt mit anderen Augen, wenn man von innen sieht, wie das Wasser zur Tür hereinströmt [...“ Die Häuser der Betroffenen werden immer feucht bleiben, obwohl viel Geld in die Trockenlegung investiert wurde und die Kosten der Eigenleistung meist weit über den Entschädigungen lagen. Wir glauben, dass Wohngebäude als Lebensgrundlage nach wie vor das Wichtigste und über das Gut allein zu stellen sind“. Weiter wird im Infoblatt argumentiert: „Auch andere Bauten sind höher als sechs Meter und oftmals weder Naturschutzjuwel noch Schmuckstück“.

Bedrohung: Hochwasser oder Damm?

Für die Menschen, die den Damm befürworten ist klar, dass sie nicht von einem Damm, sondern vom Hochwasser bedroht werden und weisen auf die Dringlichkeit eines Hochwasserschutzes in der Gemeinde hin.:“Aufgrund der Erfahrungen ist damit zu rechnen, dass das nächste Hochwasser unaufgefordert und unaufhaltsam kommen wird“. Dazu meint Georg Doppler von „Dammfrei“, jenem Verein, der sich Alternativen zum geplanten Damm wünscht: „Wir wehren uns dagegen, die Bewohner von Waizenkirchen gegeneinander auszuspielen. Hochwasserschutz kann auf unterschiedliche Art und Weise erreicht werden. Im letzten Jahrzehnt gab es ein Umdenken im Hochwasserschutz weg von Megaprojekten hin zu integrierten Maßnahmenkombinationen, die neben dem Hochwasserschutz auch Boden, Grundwasser- und Klimaschutz fördern. Die vergangenen Hochwasserereignisse waren tragisch, haben aber nie Menschenleben gefährdet“.

186 Menschen unterstützen „Dammfrei“

Hinter dem Verein „Dammfrei“ wiederum, dem 186 Mitglieder angehören sollen, stehen laut eigenen Angaben Bauern, die ihre Existenz bedroht sehen, Grundbesitzer und Verpächter, die die Entwertung ihrer Flächen fürchten, Bewohner, denen die Sicherheit des Ortes und die Gemeindefinanzen über Legislaturperioden, Amtszeiten und Generationen hinaus wichtig sind, Hausbesitzer und -bewohner, die ihre Objekte entwertet sehen und um Lebensqualität und Sicherheit fürchten und Menschen, die für einen zeitgemäßen dezentralen Hochwasserschutz und eine Stärkung des natürlichen Wasserrückhalts eintreten. Die Mitglieder von Dammfrei entgegnen der Kritik und stellen klar, dass sie keineswegs gegen einen Hochwasserschutz seien. „Wir vom Verein „Dammfrei“ treten ein für raschen, modernen, dezentralen und nachhaltigen Hochwasserschutz im ländlichen Raum. Jedes Festhalten an veralteten Konzepten kostet Zeit und Geld und wird den Betroffenen noch lange Jahre keinen Hochwasserschutz bieten können“, sagt Georg Doppler.

Den Vorwurf, dass man unangebrachte Panik verbreite und durch Übertreibungen Betroffene und Unbeteiligte verunsichere, widerspricht Doppler: „Dammfrei recherchiert und gibt erhaltene Informationen weiter. Wenn diese Informationen manchmal haarsträubend sind, liegt das an den Informationen, nicht an denen, die sie verbreiten.“


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