Marktplatz-Umbau in Waizenkirchen: „Die derzeitige Situation ist eine Katastrophe“
WAIZENKIRCHEN. Es wird gebaggert, geklopft und gesägt - der Waizenkirchner Marktplatz gleicht derzeit einer Großbaustelle. Sein Erscheinungsbild ist derzeit nicht sehr einladend. Besonders für manche Geschäfte und Lokale am Marktplatz ist diese Situation eine Belastungsprobe.

Bäume wurden gefällt, der Brunnen muss von der Mitte weichen und wandert ein paar Meter an den Anfang des Platzes, Parkplätze fallen weg - manche Details der neuen Marktplatzgestaltung sorgen für Kopfschütteln und Unverständnis bei einigen Gemeindebürgern, dennoch zeigen sich viele auch zurückhaltend positiv über den neuen Marktplatz gestimmt. „Wenn es fertig ist, wird es schön – hoffentlich“, meint eine Geschäftsfrau, die anonym bleiben möchte. „Die derzeitige Situation mit den vielen Baustellen ist für uns nicht gut. Es ist für uns eine schwierige Situation, wenn man nicht gut reinfahren oder parken kann“. Die Geschäftsfrau betont: „Trotz der vielen Unannehmlichkeiten kann man bei uns ganz normal einkaufen. Die Autofahrer sollen mit den ganzen Baustellen bitte nicht vergessen, dass es hier Geschäfte gibt“.
Zu wenig Informationen
Für das Erscheinungsbild des neuen Marktplatzes zeigt sich auch Petra Windischbauer vom Gasthaus Mayrhuber positiv gestimmt: „Wenn alles fertig ist, wird es sicher nett, aber die derzeitige Situation ist eine Katastrophe“. Unter anderem die vielen Parkverbote hätten auf die Geschäfte Auswirkungen. Die Wirtin würde sich mehr Informationen zu den Bauarbeiten von der Gemeinde wünschen. „Es wäre nett, wenn die Gemeinde ein Ausschreiben machen würde, worin erklärt wird, wie es weitergeht. Das würde mich sehr freuen“, meint die Wirtin.
Plan liegt zur Einsicht auf
Die Kritik, dass die Waizenkirchner zu wenig Informationen zu dem neuen Marktplatz erhalten, kann Vizebürgermeister Josef Zistler (ÖVP) nicht nachvollziehen: „Am Anfang stand ein Bürgerbeteiligungsprozess, aufgrund dessen ein Kriterienkatalog für den Architektenwettbewerb erstellt wurde, der auch eingehalten wurde. Es wurde ein Marktplatzausschuss gegründet, an dem nicht nur Politiker, sondern auch Vertreter der Pfarre, Anwohner des Marktplatzes und die Kaufmannschaft beteiligt waren“. Aus den fünf eingereichten Projekten kamen zwei in die engere Wahl. Anschließend seien alle eingereichten Pläne in der Gemeinde zur Besichtigung ausgehangen und wurden in der Gemeindezeitung veröffentlich. „Bis jetzt hängen die Pläne im Büro des Amtsleiters und können zu den Amtsstunden besichtigt werden. Es gibt auch eine Holschuld und es steht eine Wahl an“, meint Zistler. „Der Plan ist klasse und passt. Jeder kann ihn anschauen und Fragen dazu stellen. Wir stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung“, so der Vizebürgermeister.
Neue Bäume geplant
Kritik wurde von manchen Bürgern auch laut, da Bäume vor der Kirche entfernt wurden. Der Vizebürgermeister beruhigt: „Auf dem Plan ist zu sehen, dass Bäume wegkommen, aber auch neue gepflanzt werden. Die Bäume wollte auch die Pfarre weghaben, da diese laut Gutachten in einem sehr schlechten Zustand sind und auch den Blick auf die gerade neu renovierte Kirche verdecken“, so Zistler.
Geplante Fertigstellung: Sommer 2019
Die Kosten werden sich laut dem Vizebürgermeister im einstimmig vom Gemeinderat beschlossenen Finanzierungsplan von knapp 1,7 Millionen Euro bewegen, allerdings mit einer Überschreitung von 100.000 Euro, weil schlussendlich Granitplatten, die von allen Gemeinderatsfraktionen gewünscht wurden, anstatt der kalkulierten Betonplatten für die Gehwege verwendet werden. Die Fertigstellung des Marktplatzes ist für Sommer 2019 geplant.


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02.11.2018 13:57
Der Platz
Es war einmal, vor langer Zeit: Ein Platz in einem Orte. Es herrschte dort viel Heiterkeit, Doch auch manch böse Worte. Ein Brunnen mitten auf dem Platz, Ein Arrangement von Bäumen, manch Vogel, eine rote Katz Und Autos, die ihn säumen. Des Ortes Zentrum hatte schon In seinem langen Leben So mancher Freud, so manchem Hohn den Platz zum Sein gegeben. Er sah den Frieden und den Krieg. Er sah Geburt und Sterben. Er sah Verlieren und auch Sieg. Doch sollt er nie verderben. Es gab auch ein Gemeindeamt mit vielen hohen Herrn. die spekulierten allesamt und diskutierten gern. Der eine sprach: "Was ist zu tun? Von Linz gibt's jetzt viel Geld, wenn wir den Platz erneuern nun Und ich bin dann ein Held! Sie rechnen hin, sie rechnen her. Es geht sich sicher aus. Die Kosten werden immer mehr. Oh alter Platz - welch Graus! Als erstes kommt der Brunnen dran. Den stellen sie ins Eck. Ob man die Fläche ebnen kann? Es fließt so mancher Scheck. Sie baggern hin und baggern her Mal hier ein Loch - Mal dort. Die Löcher werden immer mehr. Die Kunden bleiben fort. Zum Schluss weiß niemand mehr Bescheid Wo ist Kanal, wo Wasser? Den hohen Herrn tut es sehr leid. Sind's lauter Marktplatzhasser? Nun ist er da, der neue Platz: Modern und kalt und leer. Und einsam ist die rote Katz. Man sieht kein' Menschen mehr.
30.10.2018 20:10
Alternative Fakten
Einigen Aussagen des amtsführenden Vizebürgermeisters Zistler ist durchaus zuzustimmen. Es gab einen Bürgerbeteiligungsprozess und auch einen gemeinsamen Marktplatzausschuss. Ja und ich denke auch, dass der neue Marktplatz schön wird! Einige Dinge sehe ich jedoch durchaus anders: Warum soll die bevorstehende Wahl ein Grund sein, die Bürger über die Ablaufplanung nicht zu informieren. Wäre ein Klacks, dies über die Gemeindehomepage zu machen. Das sind Bringschulden, keine Holschulden. Die Kostenentwicklung ist durchaus anders, als vom amtsführenden Bürgermeister beschrieben. Bei den ersten Schätzungen wurde von ca. 1 Mio Euro ausgegangen. Danach gab es schrittweise Erhöhungen, z.B. weil man draufkam, dass es eine Umsatzsteuer von 20% gibt, die auch zu bezahlen ist, dass das Architektenhonorar dazugerechnet werden muss, …. zuletzt die Sache mit dem Granit. Bei alledem sind auch die Leistungen der Gemeindearbeiter nicht eingerechnet, die derzeit mit am Marktplatz arbeiten, um den Kostenrahmen nicht weiter zu sprengen. Auch die Einstimmigkeit ist nicht richtig. Leider kann man das nicht nachlesen, da das letzte auf der Homepage abrufbare Gemeinderatsprotokoll aus dem Juni 2017 ist. Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurde jedenfalls die Auftragsvergabe zum Thema Marktplatz von der Mehrheitspartei mit 13:12 Stimmen beschlossen. Einstimmig ist etwas anderes. Wie war das nochmal mit dem Wahlkampf, Herr Vizebürgermeister?
31.10.2018 10:35
Bitte NICHT SCHWARZ wählen
Wenn der blaue Bürgermeisterkandidat im gestrigen Tips Live Stream sagt, dass die Blaue Fraktion beim letzten Beschluss im Gemeinderat bezüglich Marktplatzgestaltung nicht mehr mitgestimmt hat, weil sie sich nicht mehr ausgekannt haben und soviele Zahlen falsch waren, dann ist es wirklich höchste Zeit für uns Waizenkirchner, dass wir endlich KEINEN SCHWAZREN BÜRGERMEISTER mehr wählen.
Der junge DJ ist ja auch wieder nur von den schwarzen Bünden gesteuert und wird halt jetzt vorgeschoben.
31.10.2018 23:17
Fördern Förderungen oder überfordern sie?
"Da gibt´s a Förderung dafür - des müssen ma machen", scheint momentan die Devise vieler Ortschefs zu sein. Leider besiegt diese (nicht sehr weise) Weisheit in immer mehr Gemeinden mit alten, ja historischen und oft einzigartigen Markt- und Stadtplätzen die echte Weisheit: "Das Bewahren des Alten ist oft besser als das zwanghafte Schaffen von Neuem." So wie in Waizenkirchen, wird auch in Steyr einer der ältesten Stadtplätze des Landes derzeit neu "gestaltet". Was dabei heraus kommt wird man sehen. Was geplant ist allerdings wissen die Menschen in Steyr genau. Eine große Informationswand informiert umfassend über das Projekt. In Waizenkirchen scheint es den Verantwortlichen völlig egal oder fast schon lustig zu sein, was die Bevölkerung über die Marktplatzgestaltung weiß oder denkt. Auch der wahlkämpfenden Marionette der Mehrheitspartei war dieses, momentan für viele Waizenkirchner zentralste, Thema nicht einmal eine Erwähnung in seiner aktuellen Spatzenpost wert. Offenheit, Transparenz, Gespräche auf Augenhöhe, Bürgerbeteiligung, …. Worthülsen, geäußert bei Hausbesuchen, in Aussendungen, in Medien, im Tips Talk usw. sind für viele mittlerweile nur mehr eine Provokation.
Apropos Bürgerbeteiligung: Herr Vizebürgermeister und Herr hoffentlich Nicht Bürgermeister schauen sie sich bitte mal in anderen Orten um, wie so etwas wirklich gemacht wird. Es gibt nämlich auch Gemeinden, in denen trotz absoluter Mehrheit der Ort vor der Partei steht, gute Ideen, egal von wem sie kommen, aufgegriffen werden und gemeinsam weiterentwickelt und dann auch umgesetzt werden.