30.000 Zeitungen und 114 Jahre voller bewegender Zeitgeschichte
WAIZENKIRCHEN. Die Geschichten, die Menschen in den letzten 114 Jahren bewegten, stapeln sich bei Rudolf „Poli“ Pointinger zu Hause. 30.000 Zeitungen, die älteste aus dem Jahr 1905, wahren die Geschichte und die Schlagzeilen der Gesellschaft. Am 14. Juni dienen Texte daraus für eine Lesung.

Es ist ein unglaublicher Schatz an Zeitgeschichte, den Rudolf „Poli“ Pointinger unter dem Dach seines Hauses lagert. Tages- und Wochenzeitungen aus den Jahren 1905 bis 1987 erzählen Geschichten, die die Menschen bewegten. Ferdinand Humer aus Waizenkirchen war Postler, stellte nicht nur Zeitungen zu, sondern behielt sich immer auch ein Exemplar für sich. Die Folge: der Berg an gedruckter Zeitgeschichte wuchs. Sein Enkel Christian Humer will nun gemeinsam mit Pointinger das gesammelte Erbe seines Großvaters der Öffentlichkeit präsentieren.
Immer die selben Themen
Dabei fällt eines auf: „Es sind immer wieder die selben Themen, die die Gesellschaft beschäftigen“, erzählt Pointinger, der einige Schmuckstücke aus diesem riesigen Archiv gelesen hat. „Es ist egal ob 1906, 1929 oder 1987. Wir Menschen haben immer die selben Probleme oder machen uns immer die selben“, so Pointinger. Alles zu sichten sei aber schlicht unmöglich, meint der Künstler. Artikel, als in den 60er Jahren ein „Mitnehm-Telefon“ für Fußgänger ein Wunschtraum war oder wo Hausfrauen Angst um ihren Ehemann hatten, der einer männervernaschenden Büroangestellten zum Opfer fallen könnte oder schlicht und einfach Bewegendes aus Wirtschaft und Politik prägen das Archiv. Dieser gedruckte Schatz wird am 14. Juni bei „Text und Töne 2“ der Öffentlichkeit weitergegeben. Zudem wurde für die Förderung von Kunst und Kultur in Waizenkirchen der Verein „geh weida“ gegründet. Er zählt aktuell 19 Mitglieder.


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