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Unternehmerpreis für Wiesinger: „Helfen ist befriedigender als hoher Profit“

Mag. Michaela Maurer, 02.10.2018 17:33

WALDING. Soziale Verantwortung wird in der Malerei Wiesinger Andreas großgeschrieben. Dafür wurde der Jungunternehmer aus Walding mit dem Selfie-Unternehmerpreis von Tips und dem Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband ausgezeichnet. 

Die Malerei Wiesinger Andreas wurde mit dem Selfie-Unternehmerpreis ausgezeichnet. Foto: E. Grilnberger

Andreas Wiesinger hat 2012 seinen Malerebetrieb Innen- und Außenmalerei im Objekt- und Privatbereich gegründet. „In meiner ehemaligen Firma hat es einfach nicht mehr gepasst und ich habe mich entschieden, es mit der Selbstständigkeit zu probieren, egal ob alleine oder zu zweit“, erzählt Wiesinger. Der Start verlief gut, die Aufträge kamen zahlreich. Bereits nach einem Monat hat Wiesinger seinen ersten Mitarbeiter aufgenommen, mittlerweile hat er 14 Angestellte. „Regionalität ist für uns das Um und Auf.“ Die meisten seiner Aufträge kommen aus dem Umkreis von 25 Kilometern. Auch der Großteil seiner Mitarbeiter ist aus der Region. Vor einem Jahr kam ein Shop zum Betrieb hinzu.

Schwer vermittelbarer Lehrling und Asylwerberin

Die soziale Verantwortung fängt für Wiesinger bei seinen Mitarbeitern an. Neben einem 50Plus-Mitarbeiter hat er auch einen schwer vermittelbaren Lehrling aufgenommen, der ihm vom Arbeitsmarktservice vermittelt wurde. „Am Anfang war es eine Herausforderung“, schildert Wiesinger. „Aber die Mitarbeiter haben sich gut darauf eingestellt und man konnte monatlich eine Entwicklung beim Lehrling sehen. Nach einem Dreivierteljahr ist ihm der Knopf aufgegangen und man hätte nicht mehr gemerkt, dass er schwer vermittelbar war. Seine Kollegen haben dem Lehrling auch etwas zugetraut und ihn probieren lassen.“

Die Putzfrau Aziza hat der Malermeister Wiesinger über das Waldinger Netzwerk Überbrücken eingestellt. Die freiwillige Flüchtlingsbetreuung setzt sich für die Integration von Asylwerbern ein. „Sprachlich ist es nicht immer leicht und wir sprechen oft mit Händen und Füßen“, schmunzelt Wiesinger. „Aber Aziza zeichnet sich durch Freundlichkeit und ihre hervorragende Arbeit aus.“ Sie ist ein vollwertiges Mitglied der Truppe und macht auch schon einen Deutschkurs. „Wenn man Menschen hilft, ist das befriedigender und man bekommt mehr zurück als wenn man jedes Jahr seinen Umsatz steigert und viel Profit macht.“

Pinsel von Sehbehinderten 

Auch eine Pinselbestellung geht zweimal im Jahr an die Blinden- und Sehbehindertenförderungswerk GmbH, um diese zu unterstützen. Menschen mit Behinderung stellen die Waren her und verkaufen diese. „Dabei geht es mir hauptsächlich darum, das Förderungswerk zu unterstützen. Wir haben jetzt wahrscheinlich mehr Pinsel als wir brauchen“, lacht Wiesinger. „Ich seh das mehr als Sponsoring.“ Als Sponsor ist Wiesinger ohnehin sehr aktiv. Sportvereine, die Landjugend, Kindergarten und Volksschule – die Malerei Wiesinger unterstützt vor allem die Jugendarbeit. „Ich war selbst lange in einem Verein aktiv, als Leiter der Landjugend. Da habe ich gesehen, wie wichtig Sponsoren sind, um etwas auf die Füße stellen zu können. Das nimmt man ins Leben mit hinaus.“

„Familiär und freundlich“

Das Arbeitsklima bei der Malerei Wiesinger Andreas ist sehr familiär. „Alle sind sehr zufrieden und sehr freundlich. Da geht man mit einem guten Gefühl in die Arbeit“, sagt Mitarbeiterin Priska Rosenauer. Für den Unternehmer ist es auch kein Problem, wenn die Kinder der Angestellten kurz vorbeischauen. „Wenn die Kinder plötzlich früher aus haben und an einem schulautonom freien Tag kommt es schon vor, das die Kinder für ein, zwei Stunden mit ins Unternehmen kommen“, sagt Wiesinger. Sozial und freundschaftlich sind auch die firmen­internen Feste, die mehrmals pro Jahr stattfinden, um auch stressfreie Momente miteinander genießen zu können. „Wenn im Betrieb alle zusammenhalten und zufrieden sind, kann diese Welle auch andere mitreißen“, sagt der Jungunternehmer.

Klimaschutz und Regionalität

Die Malerei ist auch aktives Mitglied des Guute-Vereins, eine Ini­tiative der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung, die sich für die Regionalität einsetzt. Die soziale Verantwortung der Malerei wird auch bei vielen einzelnen Aktivitäten, wie dem Mitwirken bei dem Klimaschutz-Projekt „Freunde der Erde“, sichtbar. 


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