Frantal fühlt den „Puls des Waldes“
WALDNEUKIRCHEN. Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Wald seit hunderten von Jahren ein großes Thema in Waldneukirchen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass bei einer Exkursion bei Toni Frantal großes Interesse von den Waldbesitzern der Region gezeigt wurde.

Es ging bei der sehr praxisnahen Begehung um die „heißen“ Themen wie Borkenkäfer, richtige Durchforstung und Naturverjüngung im Wald. Eingeladen hatte die Bezirksbauernkammer Steyr mit Forstberater Georg Jäger und Waldhelfer Anton Frantal. In seinem Wald in Waldneukirchen fand der rund dreistündige Lehrausgang statt.
65 Teilnehmer
Aufmerksam lauschten 65 Bauern den konkreten Erläuterungen von Frantal, der in seinem Wald viel ausprobierte und gleichsam den „Puls des Waldes“ fühlt. „Jetzt könnt ihr euch anschauen, wie Wald gelingt, sodass Mensch, Natur und Tier im Gleichklang leben“, so Frantal. Wie ein „Bilderrahmen“ sollen rund um den Wald Kleestreifen für das Wild angelegt sein, die durch dichtes Buschwerk am Waldrand mit Felbern, Holler oder Schneeball als „Spielzeug des Rehbocks“ und Nahrungsquelle dienen.
Verbiss vermeiden
Damit könnte der Verbiss – besonders an jungen Bäumen – vermieden werden. Sehr viele Fragen an Ort und Stelle gab es zum Thema Borkenkäfer, den es in Frantals Wald nur sehr begrenzt gibt. „Waldbesitzer sollen wenigstens einmal im Jahr bei jedem Baum gewesen sein“, empfiehlt Frantal. Die Fachleute warnen vor Hysterie, denn der Wald war immer von Schädlingen und besonders vom Menschen bedroht. Auch wenn der Holzpreis derzeit weit unten ist, sei es die Aufgabe der Waldbesitzer, für die nächste Generation den Wald – möglichst naturnah als vielfältigen Mischwald – zu pflegen.
Bäume der Zukunft
Richtig zur Sache ging es dann beim Thema „Durchforstung“, wo an einem Teilstück mit gelben und orangen Bändern konkret gezeigt wurde, wie sogenannte „Z-Bäume“ (Zukunftsbäume) gepflegt werden. „Hinaufschauen in die Baumkronen zeigt, welcher Baum dem Z-Baum zu nahe steht“, erklärt am Beispiel Georg Jäger, Forstberater der Bauernkammer. Er schritt dann ungefähr fünf bis sechs Meter Abstand ab, um den nächsten Z-Baum auszuzeichnen. Lebhafte Diskussionen und Gespräche der vielen Waldbauern bewiesen, wie wichtig diese praxisnahe Arbeit war. „Mit der richtigen Durchforstung kann man das Risiko vom Schädlingsbefall minimieren“, so der Forstberater.
Natürliche Verjüngung
Erstaunt zeigten sich die Besucher, wie reichhaltig der Anflug und Nachwuchs von Tannen, Nuss, Kirsch oder Buchen war. Frantal kennzeichnet mit Farben zu pflegende Jungbäume, um eine natürliche Verjüngung seines Waldes zu betreiben. Ganz eigene Zeichen und Symbole befinden sich auf den Bäumen, um die sich der Waldbesitzer besonders kümmern will, sei es, um Schädlinge zu beobachten oder Äste wegzuschneiden oder um sie zu fällen.


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