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Mahnwache mit rund 150 Personen für abgeschobene sechsköpfige Familie in Wartberg

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 10.10.2018 15:05

WARTBERG AN DER KREMS. Die Abschiebung einer sechsköpfigen Familie sorgte in Wartberg für solch großen Unmut, dass eine Mahnwache mit rund 150 Personen abgehalten wurde. 

Auch Bürgermeister Franz Karlhuber war anwesend. Foto: F. Strasser
  1 / 3   Auch Bürgermeister Franz Karlhuber war anwesend. Foto: F. Strasser

Eine sechsköpfige Familie aus Tschetschenien beantragte 2014 in Österreich Asyl. Nach zwei negativen Asylbescheiden wurde entschieden, dass die Familie das Land verlassen muss. Daraufhin suchten sie bei der Caritas um Rückkehrhilfe in ihr Heimatland an.

Mutter im sechsten Monat schwanger

Diese wurde auch bewilligt. Doch zur sicheren Heimkehr kam es nicht mehr. In einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ wurde die Familie, mit der gerade im sechsten Monat schwangeren Mutter, von der Polizei ohne Vorwarnung im Caritas Gästehaus in Wartberg abgeholt und nach Wien gebracht. Von dort aus mussten sie in den Flieger nach Moskau steigen.

„Am Rechtsstaat ist nichts zu rütteln“

„Das Recht ist einzuhalten und am Rechtssaat ist nichts zu rütteln. Warum sie trotz geplanter freiwilliger Rückkehr dennoch abgeholt wurden, muss noch hinterfragt werden“, so Bürgermeister Franz Karlhuber (ÖVP). Nach dieser Abschiebung initiierten rund 150 Bürger eine Mahnwache, um auf diese Vorgehensweise aufmerksam zu machen.

„Verstoß gegen Menschenrechte“

„Wir möchten mit unseren Mahnwachen auf den Verstoß gegen Menschenrechte aufmerksam machen und auch, wenn die auffallend häufigen negativen Bescheide der letzten Zeit mit den Gesetzen vereinbar sind, können wir nicht verstehen, warum gelungene Integration beim Ansuchen um Asyl keinerlei Rolle spielt“, kritisiert Anke Bähr von der Plattform „Vielfalt für Wartberg“. Die zweite Mahnwache findet am Donnerstag, 25. Oktober, von 17 bis 18 Uhr vor dem Caritas Gästehaus in Wartberg statt.


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