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WARTBERG. Die sprichwörtlichen „Grausbirn“ steigen den Bewohnern der Ortschaft Untervisnitz auf – ihre Dorfstraße verkommt trotz 30-er-Beschränkung immer mehr zum „Highway“ für das nahe Einkaufszentrum.

Den Untervisnitzern reicht's: Sie haben genug von durchfahrenden Rasern. Foto: Greindl
Den Untervisnitzern reicht's: Sie haben genug von durchfahrenden Rasern. Foto: Greindl

„Wir Bauern haben damals Grund hergeschenkt und noch dazugezahlt, damit wir den Güterweg bekommen. Jetzt fahren alle durch, die auf dem Weg zum Einkaufen die Ampeln in Wartberg und Pregarten vermeiden wollen – und das meist viel zu schnell“, ärgert sich Hans Wöckinger aus Untervisnitz.

Von Schnellfahrern beschimpft

Ebenso wie andere Dorfbewohner hat er schon oft undisziplinierte Lenker gemahnt – und dafür auch noch Schimpf und Schande geerntet. „Man kann sich auch noch beschimpfen lassen, wenn man sich gegen die Raser wehrt“, ärgert sich der Opa von vier kleinen Kindern, die er durch die Schnellfahrer gefährdet sieht.

Kein Durchfahrverbot möglich

Bei der Polizei Pregarten kennt man das Problem, bewertet es allerdings nicht derart dramatisch. „Wir machen öfter Tempo 30-Kontrollen und fischen auch manchen Schnellfahrer heraus, aber grundsätzlich fahren durch Untervisnitz hauptsächlich Einheimische“, sagt ein Polizeibeamter. An ein Durchfahrverbot sei auf einer öffentlichen Straße jedenfalls nicht zu denken.

Breitere Straße zieht mehr Verkehr an

„Der betroffene Güterweg Schießenberg soll schon seit 2012 verbreitert werden“, informiert Michael Oberegger, Geschäftsführer des Wegeerhaltungsverbandes Unteres Mühlviertel. „Aber die Anrainer geben keinen Grund her. Allerdings muss man auch sagen, dass gut ausgebaute Straßen unweigerlich neuen Verkehr anziehen.“ Eine Straßenverbreiterung kommt für die Untervisnitzer ohnehin keinesfalls in Frage: „Dann würde ja noch schneller und noch mehr durchs Dorf gefahren werden.“

Ins selbe Horn stößt auch Wartbergs Bürgermeister Dietmar Stegfellner: „Vor Jahren ist die Straße von den Höfen weggelegt worden, eine neue Brücke wurde gebaut. An eine Verbreiterung des Güterwegs Schießenberg ist jedenfalls nicht gedacht.“ Seitens der Gemeinde werden die Verkehrsströme zweimal jährlich aufgezeichnet.

Verkehr nimmt sogar ab

„Grundsätzlich ergeben die Messungen, dass es in Unvervisnitz nicht mehr Handlungsbedarf als auf anderen Gemeindestraßen gibt. Das Verkehrsaufkommen stagniert hier sogar leicht. Auch durch die Auf- und Abfahrt Engerwitzdorf von der A 7 ist das Dorf entlastet worden“, sagt das Gemeindeoberhaupt, das selbst an dem betroffenen Straßenzug wohnt. Temposünder gebe es leider immer wieder, „und dass die Durchfahrenden aus dem Bezirk Perg mehr werden, ist wahrscheinlich dem subjektiven Empfinden geschuldet.“ Nichtsdestotrotz nimmt Stegfellner die Sorgen der Anrainer ernst und will am Thema dranbleiben.


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