Drogenhandel, Kredite mit 96 Prozent Zinsen und Scheinanstellungen: zwei Kosovaren festgenommen
WELS. Mit Drogenhandel, der Vergabe von Wucherkrediten mit 96 Prozent Zinsen und Sozialleistungen, die sie sich über eine Scheinanstellung erschlichen, haben sich zwei Kosovaren im Großraum Wels ihren Lebensunterhalt verdient; bis die Handschellen klickten.

Die Männer, 34 und 38 Jahre alt, gehörten einer albanischen Tätergruppierung an, die hochprofessionell operierte. Ihnen werden Suchtgifthandel, Geldwucher und weitere vermögensrechtliche Delikte zur Last gelegt. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang durch einen anonymen Hinweis, der bei verschiedenen Polizei- und Finanzdienststellen einging. Dieser Hinweis stimmte mit Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Koblenz, des Zollfahndungsamtes München und verdeckten Ermittlungen in Österreich überein. Die Untersuchungen konzentrierten sich auf regelmäßige Kokainlieferungen im Kilogrammbereich aus Holland/Deutschland nach Österreich, die von den Beschuldigten organisiert wurden, sowie auf die Vergabe von Wucherkrediten.
Der 38-Jährige und sein Zwillingsbruder, der ebenfalls in Deutschland lebt und kriminell aktiv war, gerieten schnell in den Fokus der Ermittler. Am 18. November 2021 wurden der 38-Jährige und ein weiterer Bruder bei einer Übergabe von 200 Gramm Kokain in Deutschland festgenommen. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung fand man zusätzlich ein Kilogramm Kokain.
Scheinanstellung ermöglichte Zugang zu Sozialleistungen
Im März 2023 führte die Finanzpolizei Wels eine Überprüfung des ehemaligen Arbeitgebers der Hauptverdächtigen durch. Es stellte sich heraus, dass die Verdächtigen trotz gemeldeter Beschäftigung keiner legalen Arbeit nachgingen. Der Geschäftsinhaber gab zu, aus finanzieller Not Wucherkredite bei den Beschuldigten aufgenommen zu haben, zusätzlich zu den jährlich bis zu 96 Prozent hohen Zinsen für die Kredite, hätten die Männer gefordert, dass er sie zum Schein anstellen müsse. Diese Konstellation ermöglichte es den Beschuldigten, Sozialleistungen und Aufenthaltsbewilligungen in Österreich zu beanspruchen. Auch die Ehefrau des 38-Jährigen wurde zum Schein angestellt.
Ende April 2023 wurden die Wohnungen der Beschuldigten durchsucht. Dabei wurden in der Wohnung des 34-Jährigen 211 Gramm Kokain, Bargeld und Luxusgüter sichergestellt. Im Besitz des 38-Jährigen fand man etwa 32.500 Euro Bargeld und weitere Beweismittel. Der 34-Jährige wurde daraufhin festgenommen. In der Folge wurden beide Männer verurteilt: der 34-Jährige zu sechs Jahren und der 38-Jährige zu drei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe, wobei die Urteile noch nicht rechtskräftig sind.


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