Fußnoten der Geschichte: „Welser Land, einst Römerreich“
WELS-LAND. Von Ovilava lernt zumindest in Oberösterreich jedes Kind in der Schule. Dass aber auch das Welser Land eine spannende römische Geschichte hat, zeigt nun der erste Teil der Dokumentarreihe „Fußnoten der Geschichte“.

Roman Schett ist Teil des Mit-telalter-Ensembles Rhiannon aus Leonding und hat gemeinsam mit einem Bandkollegen und der Filmproduktionsfirma netta mea ein Kulturkollektiv gegründet.
Schätze aus der Region
„Wir haben uns auf historische Beiträge fokussiert, die wir möglichst publikumsnahe gestalten“, erzählt Schett. „Wir wollen Schätze aus der Region zeigen, die oft nicht so große Aufmerksamkeit bekommen, und die ländlichen Regionen kommen zu kurz“, stellt er fest. Da durch Rhiannon und netta mea ein Naheverhältnis zu Oberösterreich besteht, ist klar, dass Teile Noricums im Mittelpunkt der Pilotfolge stehen sollen. Seit Mai 2021 wurde gedreht und diese Woche wird die Postproduktion finalisiert. Projektträger ist der Verein Römerweg Ovilava und die Leader-Region Wels-Land fördert das Vorhaben. Stadtmuseumsleiterin Renate Miglbauer, Albert Neugebauer, Obmann des Welser Römervereins, und Landesarchäologe Stefan Traxler standen für „Welser Land, einst Römerreich“ mit ihrem Fachwissen zur Seite und auch die Schauspieler sind durchaus mit dem Thema vertraut. Der Großteil kommt aus der Reenactment-Szene, die geschichtliche Ereignisse gerne möglichst authentisch nachstellt.
So realistisch wie möglich
Einer davon ist der in Wels als Nachtwächter bekannte Hubert Krexhammer, der auf diese Epoche spezialisiert ist. Die begeisterten Geschichte-Fans legen natürlich großen Wert auf authentische Gewandung und testen mitunter sogar mit einem Marsch, ob man in römischen Schuhen überhaupt so lange gehen konnte. Für die passende Kulisse sorgten die Römerstadt Carnuntum in Niederösterreich und die Villa Borg in Deutschland. Hauptdarsteller sind aber natürlich die historischen Stätten um Wels: die Ausgrabungsstätte Villa Waldling bei Gunskirchen, die römische Ruine bei Bad Wimsbach-Neydharting oder das Stadtmuseum Wels. „Für Ovilava war die umliegende Region sehr wichtig, um den langfristigen Bestand zu ermöglichen – Infrastruktur, Landwirtschaft,…“, erklärt Schett, warum „der Fokus auf das Welser Umland geschärft und der Römer in der Peripherie der damaligen historischen Metropole Ovilava lebendig gemacht wird“.
Kostenlos für Schulen
Ziel des Projektes ist, den Blick auf geschichtsträchtige Regionen abseits der allseits bekannten Pfade zu lenken und das historische Erbe dieser Region publikumswirksam in Szene zu setzen, aber auch einen Beitrag zum Geschichtsunterricht an Schulen in Form von lebendiger und unterhaltsamer Vermittlung zu liefern.


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