Museum Angerlehner: Von Gewalt betroffenen Frauen brechen ihr Schweigen
THALHEIM. Häusliche Gewalt ist ein Thema, über das noch immer viel zu häufig der Mantel des Schweigens gelegt wird. Die Soroptimistinnen haben deshalb österreichweit eine Kampagne ins Leben gerufen, in der dieses Schweigen thematisiert wird. Die Ausstellung „Siolence“, die aktuell im Museum Angerlehner zu sehen ist, steht im Mittelpunkt der Kampagne, die von Elfie Semotan fotografiert wurde.

Das stillschweigende Hinnehmen von Gewalt bezeichnen die Soroptimistinnen als „Siolence“ - eine Kombination aus den beiden englischen Wörtern „Silence“ (Stille) und „Violence“ (Gewalt). „Jedes Mädchen, jede Frau hat das Recht, in einer gewaltfreien Welt zu leben“, betont Jeanette Lassota, Präsidentin der Welser Soroptimistinnen, „dafür machen wir uns stark, gemeinsam mit betroffenen Frauen, die jetzt ihr Schweigen brechen“.
Die Ausstellung ist die bewusste Inszenierung der Stille. Denn es ist die Stille, in die sich Opfer hüllen, weil Gewalt ein Tabuthema ist und es ist die Stille, die Gewalt vorantreibt. Denn das Schweigen der Gesellschaft hat zur Konsequenz, dass Gewalt immer weitergeht. Das stille Einfangen des bedrückenden Gefühls der Opfer, die geschlagen, misshandelt, sexuell missbraucht, kontrolliert, gestalkt und bedroht wurden – das ist die Idee dieser Ausstellung von Soroptimist International Österreich die die internationale Fotografin Elfie Semotan mit behutsamem Feingefühl umgesetzt hat.
Ein Wachrütteln
Doch es ist nicht die Abbildung der Stille allein. Mit dem Ziel, etwas zu bewegen, wachzurütteln und das Wegschauen und Weghören zu beenden, brechen alle Opfer in der Ausstellung „Siolence“ ihr Schweigen und sprechen in eindrucksvoll mutiger Art und Weise über das Erlebte, ihre Gefühle, ihre Angst. Es ist ein Beginn. Denn Gewalt an Frauen darf nicht akzeptiert und auch nicht weiter verschwiegen werden.
„Die in Wels geborene und international tätige Starfotografin Elfie Semotan hat mit unwahrscheinlichem Feingefühl sieben Frauen porträtiert, die Gewalt erlebt haben“, freut sich Jeanette Lassota, Präsidentin der Welser Soroptimistinnen, die Ausstellung in Thalheim präsentieren zu können. Eine ganz wichtige Botschaft der Ausstellung ist, dass alle porträtierten Frauen es geschafft haben, aus der Gewaltspirale auszubrechen und ein neues Leben zu beginnen. „Diese Botschaft“, so Lassota, „soll von Gewalt betroffenen Frauen Mut machen, sich Hilfe bei einer der zahlreichen Anlaufstellen zu holen.“
Die Geschichte der Frauen hören
Bei den im Museum Angerlehner gezeigten Bildern steht das bedrückende Gefühl des Alleingelassen seins der Opfer im Mittelpunkt. Über einen QR-Code gelangt der Museums-Besucher zu einem Podcast, auf dem die einzelnen Geschichten der Frauen in Originaltonaufnahmen zu hören sind. Die Wanderausstellung „Siolence - Gewalt als zeitlose Kunst“ ist bis 31. März im Salon des Museum Angerlehner zu sehen, danach ist sie in sechs weiteren Bundesländern zu sehen.


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