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GUNSKIRCHEN. Die Schüler der vierten Klassen der Neuen Mittelschule hatten die einzig­artige Möglichkeit, mit zwei Überlebenden der Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Mauthau­sen, Melk und Gunskirchen zu sprechen. Michael Kraus und Frank Miša Grunwald kamen im Rahmen ihres einwöchi­gen Österreich-Besuchs an die Schule.

Frank Grunwald mit Schülern der Neuen Mittelschule Gunskirchen
Frank Grunwald mit Schülern der Neuen Mittelschule Gunskirchen
Michael Kraus und Frank Miša Grunwald waren ungefähr im Alter der Schüler, als sie im Mai 1945 in Gunskirchen durch die amerikanische Armee befreit wurden – nach mehr als zwei­einhalb Jahren in verschiedenen Konzentrationslagern. Beide stammen aus der ehemaligen Tschechoslowakei und leben heute in den USA. Grunwalds Leben kannten die Jugendlichen bereits aus dem Film „ Miša´s Fugue“, der die Lebensgeschich­te des heute 82-Jährigen erzählt und den sie vor ein paar Wochen gesehen hatten. Michael Kraus wiederum verbindet bereits seit 20 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zur Schule. Er hatte im Jahr 1995 im Rahmen der 50-Jahr-Befreiungsfeier schon einmal mit Schülern gesprochen, zuletzt gab es vor zwei Jahren ein Treffen in Linz. Die Zeitzeugen kamen in die Schule. Mucksmäuschenstill lauschten mehr als 50 Schüler ihren Worten. Frank erzählte anhand von Bildern seine Ge­schichte. Besonders rührte der Abschiedsbrief, den seine Mutter seinem Vater geschrieben hatte, wenige Stunden bevor sie mit ihrem älteren Sohn in die Gas­kammer ging – freiwillig, weil sie ihn nicht im Stich lassen woll­te. Schon im Vorfeld waren viele Fragen vorbereitet worden, diese wurden geduldig und ausführ­lich beantwortet. Viele Schüler waren sehr erstaunt und beein­druckt, dass die beiden trotz ihrer schlimmen Erlebnisse in Öster­reich und speziell in Gunskirchen ihnen so offen, versöhnlich und freundschaftlich begegneten. Gastgeschenk Michael hatte einmal erwähnt, dass Frank und er sich vor 70 Jahren in Gunskirchen eine zer­rissene Decke geteilt hätten. Daraus entstand die Idee, den beiden als Dankeschön für die viele Zeit und die Mühe, die sie für den Besuch in Gunskirchen auf sich nahmen, Decken zu hä­keln. Schüler und Lehrer sowie einige Mütter und Omas arbei­teten gemeinsam an diesem Pro­jekt. Das Unrecht, das den Kin­dern von damals angetan wurde, kann niemand mehr rückgängig machen, doch sollen die selbst gemachten Decken, in die viele freundliche Gedanken und gute Wünsche eingewoben sind, Mi­chael und Frank an ihre Freunde in Gunskirchen erinnern und an kalten Tagen Wärme spenden.

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