Freiwilligenzentrum ist Schnittstelle zwischen Freiwilligen und Organisationen
WELS/LINZ. Bei der Vergabe des Vereinspreises konnte sich das Freiwilligenzentrum Wels einen zweiten Platz in der Kategorie Integration holen. Tips hat genauer nachgefragt.

Freiwillige leisten in unserem Land eine nicht zu unterschätzenden Arbeit – ohne Freiwillige würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Besonders im Sozialbereich ist der Bedarf an Freiwillingen groß. Auf der anderen Seite gibt es auch viele, die sich freiwillig engagieren wollen, aber nicht genau wissen, wohin sie sich wenden sollen, welche Aufgaben sie übernehmen können oder wo jemand gesucht wird.
Das Freiwilligenzentrum versucht hier zu vermitteln. Der Verein unter Geschäftsführerin Gerlinde Hochhauser und Obfrau Sabine Brenner-Nerat begleitet und berät Menschen, die sich im Sozialbereich freiwillig engagieren wollen und vermittelt diese an Sozialeinrichtungen und Institutionen. Das Einsatzgebiet erstreckt sich dabei auf Wels und Wels-Land. Man vermittelt einerseits zu Institutionen wie zum Beispiel dem Roten Kreuz oder der Volkshilfe und andererseits in eigene Projekte.
Eigene Projekte sind zum Beispiel Musikcafes, Therapiehundeeinsätze und Spielenachmittage in Altenheimen oder im Bereich Integration, wofür man auch den Vereinspreis bekommen hat.
Man hat den Vereinspreis für ein besonderes Projekt mit Flüchtlingen, die schon länger in Wels sind, erhalten. Auf Vermittlung des Freiwilligenzentrums betreuen Freiwillige die Flüchtlinge bei Behördengängen oder im Erwerb der deutschen Sprache. Im Gegenzug engagieren sich Flüchtlinge ehrenamtlich im Besuchsdienst in Altenheimen oder bei der Gartenarbeit. „Mit dem Projekt konnten wir Angst nehmen und ein Verständnis für Flucht schaffen“, berichtet Gerlinde Hochhauser vom Freiwilligenzentrum..
Zusätzlich engagiert man sich in der Aus- und Weiterbildung der Freiwilligen und stellt Kontakte zwischen Fachkräften und Freiwilligen her.
Viele berührende Momente
Das ehrenamtliche Arbeit sehr sinnstiftend sein kann, kann Gerlinde Hochhauser durch viele berührende Erlebnisse bezeugen. Besonders im Bereich der Altenbetreuung kommt viel Dankbarkeit und Freude zurück. „Viele Freiwillige, die sich bei uns engagieren, bekommen durch ihre Arbeit wieder eine Verantwortung übertragen, bekommen ein Gefühl gebraucht zu werden und erleben nach Ausscheiden aus dem Erwerbsprozess wieder eine geregelte Tagesstruktur“, berichtet die Geschäftsführerin. Engagieren kann man sich in unterschiedlichem Zeitausmaß, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Versichert sind die Freiwilligen auch. Bezüglich des Alters gibt es keine Obergrenze. Die älteste Freiwillige, die vermittelt wurde, ist 93 Jahre alt. Der jüngste Freiwillige ist acht Jahre. Gemeinsam mit seiner Mutter ist er bei den Spielenachmittagen im Altenheim engagiert.
Geld ist immer knapp
Eine der größten Herausforderungen im täglichen Betrieb ist aber die Finanzierung. „Das Geld ist immer knapp“, erzählt Hochhauser. Egal, welches Projekt oder welche Veranstaltung ansteht, Sponsoren sucht sie immer. Die 200 Euro mit denen der Vereinspreis dotiert ist, werden sofort in die Weiterbildung der Freiwilligen investiert.
Kontakt:
Freiwilligenzentrum Wels, Quergasse 1, 4600 Wels
Termine nach Vereinbarung: 0664/3504224, www.fzwels.at


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