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WELS. Peritus ist eine junge Webdesignfirma im B52 un­weit des Bahnhofes. Lisa Marie Leitner und David Faber wollen nicht nur ihre Zukunft voran­treiben, sondern auch anderen Menschen helfen. So nahmen die Beiden den Iraker Ahmed Al Yasiri als Praktikanten auf.

(v.l.) Lisa Marie Leitner, David Faber und Ahmed Al Yasiri im Peritus Hauptquartier im B52
(v.l.) Lisa Marie Leitner, David Faber und Ahmed Al Yasiri im Peritus Hauptquartier im B52

Das Büro von Peritus liegt nicht weit vom Bahnhof entfernt. „Wir konnten die Flüchtlinge täglich sehen. Es fehlt uns aber selbst die Zeit vor Ort zu helfen, Wir woll­ten aber etwas tun. Wir haben lange überlegt, wie wir helfen können. Dann kam uns die Idee – wir könnten einem Flüchtling, der sich für Web-Programmie­rung interessiert, ein Praktikum anbieten“, erinnern sich Lisa Marie Leitner. Zufällig kamen sie in Kontakt mit einer Flücht­lingsbetreuerin aus Linz, die für den 27-jährigen Iraker Ahmed Al Yasiri eben ein solches Prak­tikum suchte. „Bis Jahresende ist Ahmed bei uns. Wir suchen schon nach einer Möglichkeit, dass er bei anderen Agenturen unterkommt. Er ist sehr fleißig und wir konnten schon viel von ihm lernen“, so die Peritus Mas­terminds. Umgekehrt ist es nicht anders. Ahmed ist in Bad Wims­bach mit seiner Familie unterge­bracht und pendelt nach Wels. Für ihn sind die Zustände im Irak untragbar. „Der Irak hat momen­tan so keine Zukunft. Im Irak herrscht Krieg. Schiiten gegen Sunniten. Jeder gegen Jeden. Es gibt keine Ordnung, es gibt nur Gewalt. Es ist Bürgerkrieg. Jeder, der sich eine Existenz aufbauen will, wird bedroht, attackiert, ausgeraubt und am Ende sogar getötet. Menschen, die in der Mitte stehen, haben keine Chan­ce. Es ist Krieg.“

Ahmed hat IT in Holland stu­diert. Er spricht perfekt Englisch und Holländisch: „Ich komme aus Bagdad und habe nach dem Studium für Shell gearbeitet. Da­nach habe ich mit einem Freund einen Autoservice aufgebaut. Wir waren schnell erfolgreich und sofort kamen Drohungen und Attacken gegen mich und meine Familie. Ich musste weg.“ Über die Türkei ging es mit dem Boot nach Kos und weiter über die Balkanroute: „Weder im Irak noch in den anderen Ländern wird man menschlich behandelt. Man wird nur herumgeschoben, drangsaliert, teilweise betrogen und ausgebeutet. Erst in Öster­reich wurde ich wie ein Mensch behandelt. Ich bin den Menschen hier unendlich dankbar. Sie hel­fen uns und sind freundlich und nett“, sagt der 27-Jährige, der fleißig Deutsch lernt und auf den Asylbescheid wartet. Er ist froh über die Chance, die er be­kommen hat und hofft dauerhaft bleiben zu können: „Derzeit kann ich als Mensch leben.“ Weil ihm Menschen einfach helfen.


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