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Diskussion im Welser MedienKulturhaus: Gestaltungsbeirat, Bauen, Geschichte, Kulturerbe

Gerald Nowak, 20.04.2017 14:54

WELS. Das MedienKulturHaus war Schauplatz einer interessanten Veranstaltung. Die Initiative Denkmalschutz Wels und der Verein Römerweg haben zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion geladen. Thema: Mut zur Schönheit? Und wie gehe ich mit dem Kulturerbe um.

v. l.: Johannes Karl, Albert Neugebauer, Tarek Leitner und Bürgermeister Andreas Rabl Foto: Doppelbauer

ORF-Moderator Tarek Leitner hielt einen Impulsvortrag. Es ging um den Themenbereich Landschaft- Raumplanung und so weiter. Sein Tenor: Jeder Mensch will sich in einer Umgebung niederlassen, die er als schön und angenehm empfindet. Trotzdem wird aus vielerlei Gründen sehr vieles ohne Rücksicht auf Verluste zugebaut und die Sicht verstellt: „Wir brauchen die braunen Taferl, die auf schöne Dinge hinweisen. Und die sind dann oft noch hinter Lärmschutzwänden und so weiter versteckt“. Er sprach auch von Transiträumen, durch die man eigentlich nur durchfahren will, aber die immer mehr und beliebig austauschbar sind.

Diskussion

In der Diskussion stoß vor allem Johannes Karl, ein kulturaffiner Welser Bürger, wie wenig auf die Umgebung oder die Geschichte bei Bauten in Wels eingegangen wird. Das geschichtliche Erbe wird verschleudert. Ähnlich sieht es der Initiator des Abends, Albert Neugebauer: „Das Kulturerbe wird einfach weggebaggert und zerstört. Eine Bezugnahme gibt es nur selten und dann auch nur unter großem Druck“. Die Zivilgesellschaft hat ein Anrecht auf Bezugnahme und Mitsprache bei Projekten.

Bürgerbeteiligung

Bürgermeister Andreas Rabl sieht Bürgerbeteiligung grundsätzlich positiv: „Das streben wir ja beispielsweise beim Kaiser-Josef-Platz an. Aber es gibt in Österreich das Eigentumsrecht. Wenn ein Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht und der Besitzer will dies abreißen, dann können wir nichts dagegen tun“. Auch vermehrt Architektenwettbewerbe sind bei öffentlichen Bauvorhaben ein Thema. Beim KJ sowieso, beim Greif wird man sich das anschauen, so der Bürgermeister.

Ebenfalls versprach er bei Projekten noch vor Planungsbeginn Grabungsarbeiten zu ermöglichen: „Ich werde daran erinnern. Das ist schon mehrmals aufgetaucht und würde viel Ärger ersparen“, antwortet Neugebauer.

Gestaltungsbeirat

Breit diskutierten alle auch über den Gestaltungsbeirat. Rabl hält diese Einrichtung für sehr sinnvoll: „Ich bin Jurist und kein Architekt. Das sind die Experten, die der Politik helfen bei Bauprojekten“. Die Frage kam auf, ob man diesen nicht erweitern kann. Ob es nicht besser wäre auch Soziologen oder auch normale Bürger in dieses Gremium zu berufen: „Das muss man sich ebenfalls anschauen. Möglich ist einiges. Nur wo zieht man die Grenze“, meint Rabl.

Generell kam auch immer wieder die Kritik, dass die Geschichte der Stadt sehr lieblos behandelt wird. So wirklich Öffentlich­keitsarbeit außer für Veranstaltungen wird nicht wirklich betrieben.


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