WELS. Über die Berg-Abenteuer des Klaus Grabmer war in der Tips schon öfter zu lesen. Vor wenigen Wochen hat er das Matterhorn in der Schweiz bestiegen und wieder Bewegendes erlebt.

Das Matterhorn ist mit 4478 Metern einer der höchsten Gipfel der Alpen und liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Der Berg ist wegen seiner markanten Gestalt und seiner Besteigungsgeschichte einer der bekanntesten und meist fotografiertesten Gipfel der Welt. Er ist aber auch ein gefährlicher Berg.
Wollte sich Traum erfüllen
Die Besteigung des Matterhorns war für den Welser Klaus Grabmer schon länger ein Traum. Der 48-jährige Bergsteiger, der von Beruf Magazineur in der Werkzeugbau-Branche ist, hat in den letzten Jahren schon einige Gipfel erklommen, 2016 zum Beispiel die höchsten Berge von Ecuador (Vier- bis Sechs-Tausender).
Mit seinem Freund Christoph Schürz machte er sich diesmal auf den Weg, sich seinen Traum vom Matterhorn zu erfüllen. Man brach mit jeweils einem dort einheimischen Guide zum Abenteuer auf, das ist Vorschrift.
Aufstieg von Italien aus
Zur Akklimatisierung überschritten die Männer zuerst die Breithornzwillinge, die ja immerhin auch 4200 Meter hoch sind. Bei der Besteigung des Monte Cervino (so heißt das Matterhorn auf italienisch) wollte man aber nicht die meistbegangene Route, den Hörnligrat von Zermatt aus über die Hörnlihütte nehmen, sondern eine Route die erfahrungsgemäß weniger frequentiert wird – von der italienischen Seite aus, über den Liongrat. Man übernachtete in einer sogenannten Biwakschachtel auf 3800 Metern. Was die Männer nicht ahnen konnten, diese Route haben an diesem Tag besonders viele Seilschaften gewählt, was eher ungewöhnlich ist.
Plötzlich schlechtes Wetter
In der Biwakschachtel war es sehr eng, es herrschte schlechte Luft, die Männer konnten kaum schlafen. Der Wetterbericht sagte gutes Wetter voraus und Grabmer, Schürz und ihre Guides brachen schon um 3 Uhr früh von der Unterkunft auf. Was man aber nicht mehr rechtzeitig erfahren hatte war, dass unerwartet eine Schlechtwetterfront hereingezogen war, was den Aufstieg schließlich zu einer wahren Tortur machte. Die Sicht war wegen des Nebels sehr schlecht, es war extrem kalt und man konnte sich wegen des enormen Windes (127 Kilometer pro Stunde) kaum untereinander verständigen. „Man war sich so sicher bezüglich des Wetters, hätte ich das gewusst, wäre ich nicht aufgestiegen“, sagt der Hobby-Bergsteiger Grabmer rückblickend. Dass er um etwa 8 Uhr am Gipfelkreuz angekommen ist, hat Grabmer erst gemerkt, als er sich daran festgehalten hat.
Der Abstieg über den Hörnligrat war dann genauso eine Herausforderung wie der Aufstieg. Erst unter 3500 Meter war das Wetter gut, es war warm und man hatte gute Sicht.
Völlig erschöpft in Zermatt
Nach 13 Stunden Weg, in denen sie fast nur geklettert sind und in der Nacht zuvor auch kaum geschlafen haben, sind Klaus Grabmer und Christoph Schürz schließlich in Zermatt angekommen – so müde, dass es für die Bergfexe eine enorme Anstrengung bedeutete, in den dritten Stock ihres Hotels zu kommen.
„Ich wollte auf dem Matterhorn stehen, ich habe es geschafft, aber gesehen habe ich nichts. Ich kann nichts von der tollen Sicht berichten“, erzählt Grabmer nun einige Wochen später. Trotzdem ist ihm ein zweiter Aufstieg zu gefährlich, auch weil eine Woche nach seiner Rückkehr zwei Bergsteiger am Matterhorn ums Leben gekommen sind. Und ganz spurlos ist das Abenteuer an ihm ja auch nicht vorbeigegangen, was die Erfrierungen an seinen Fingern zeigen.
Das Bergsteigen wird er aber trotzdem weiterverfolgen. Eine Hochtour wird es in ein/zwei Jahren sicher wieder geben, bis dahin wird auf der Ebene gesportelt und es werden ein paar „kleinere“ Berge erklommen.


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