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WELS. Im Gedenken an die Reichspogromnacht vom November 1938 hielt die der Welser Initiative gegen Faschismus eine Gedenkkundgebung ab. Schauspielerin und Moderatorin Katharina Stemberger hinterfragte in ihrer Rede den Umgang unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft mit sozialen Randgruppen, wie Mindestsicherungsbeziehern und Flüchtlingen.

Gedenkrednerin Katharina Stemberger im Pollheimerpark bei der Kundgebung der Welser Initiative gegen Faschismus.

„Die Gedanken machen die Worte und die Worte werden zu Taten“, mahnte Stemberger eindrücklich. In welcher Gesellschaft will man leben. Es seien viele Dämme gebrochen und vieles gegen Randgruppen ist gesellschaftsfähig geworden, ohne dass sich jemand dagegen auflehnt. „Diese Nicht-Positionierung, wo es unbedingt sein muss, hat viele Sachen aus dem Keller nach oben kommen lassen“. Es braucht klare Positionen und Haltungen:  „Es wird immer von neuen Werten gesprochen. Die Erklärung der Menschenrechte 1948 ist auf der Asche von Ausschwitz geschrieben. Die 30 Punkte geben eine Richtung vor. Es braucht keine neuen Werte, sondern welche Schlüsse wir aus der Vergangenheit ziehen“.

Charlotte Herman, Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, und die Antifa-Aktivistin Katharina Gusenleitner den inhaltlichen Bogen von den historischen Vorfällen der Pogromnacht, die den Auftakt zur systematischen Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen jüdischen MitbürgerInnen bildete, zu den vielen Spielarten von Antisemitismus und zum aktuellen Zeitgeschehen.

Für Hermann war „die Nacht im November 1938 eine Sache. Die Folgen, die daraus entstanden sind, waren noch viel größer und schlimmer. Es darf niemals wieder sein. Juden haben wieder Angst ihr Judentum zu zeigen. Wir müssen uns viele Entwicklungen genau anschauen“.


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