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WELS. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Caritas Haussammlung sind wieder unterwegs. Im Vorjahr erreichte die Erste Hilfe der Caritas in  Wels 2053 Menschen.

Günther Fischinger, Leiter der Caritas-Sozialberatungsstelle Wels Foto: Caritas
Günther Fischinger, Leiter der Caritas-Sozialberatungsstelle Wels Foto: Caritas

Dieser Fall steht exemplarisch, wie Armut hinter verschlossenen Türen stattfindet und auf den ersten Blick gar nicht sichtbar ist. Ein alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (3 und 5 Jahre) bat und bekam auch Hilfe. Die laufenden Kosten für Wohnung, Essen und Kleidung übersteigen ihre finanziellen Möglichkeiten. Sie muss beim Ex-Mann die Alimente einklagen. Einen Antrag auf einen Unterhaltsvorschuss hat sie gestellt - aber die Bearbeitung dauert. Sie macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer Familie. „Diese Existenzängste sind eine enorme psychische Belastung, das geht meistens Hand in Hand, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert – ein Teufelskreis“, kennt Günther Fischinger, Leiter der Caritas-Sozialberatungsstelle Wels, die Problematik.

Schwierige Situation

 Es sind Männer, Frauen und erschreckend oft auch Kinder, für die Existenzängste Realität sind. Neben Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten sind es vor allem Familien mit drei und mehr Kindern, die nicht mehr über die Runden kommen. Der Mangel an leistbarem Wohnraum in der Stadt ist oft ausschlaggebend dafür, dass die Armutsfalle zuschnappt. Steht beim Kind dann noch ein Schulausflug an, wird die Waschmaschine kaputt oder eine Stromnachzahlung flattert ins Haus, bringt das das Fass zum Überlaufen. Die Folge ist, dass das Geld für das Essen fehlt. In diesem Fall gibt die Caritas zur Überbrückung der ärgsten Not Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheine aus. „Unser eigentliches Ziel ist es, gemeinsam mit den Betroffenen langfristig einen Weg aus der Krise zu finden“, erklärt Fischinger. Im Vorjahr fanden in der Caritas-Sozialberatungsstelle Wels insgesamt 3.611 Beratungsgespräche statt.  Die Hilfe wird aus Spenden finanziert. Das Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute – und sichert das Bestehen von Caritas-Einrichtungen wie zum Beispiel den zwölf Sozialberatungsstellen, dem Haus für Mutter und Kind, Krisenwohnen, acht Lerncafés.


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