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WELS. Die Holter Bad Ausstellung in Wels war Schauplatz der Oberösterreich-Prämierung mit dem Energy Globe, dem weltweit bedeutendsten Umweltpreis. Der Energy Globe wurde heuer in Oberösterreich schon zum zwanzigsten Mal vergeben. 

  1 / 9   Ehrung der Gesamtsieger: Landesrat Markus Achleitner, Josef Postl (Energie AG OÖ Wärme), Andreas Henter (Tp3 Architekten), Laudator Landeshauptmann-Stv. Manfred Haimbuchner. Foto: Energy Globe

„Ich bin froh, dass ich kein Jurymitglied bin“, meinte der Begründer des Energy Globe, Wolfgang Neumann, denn die Vielfalt und Qualität der eingereichten Projekte war überwältigend. Genauso begeistert waren die Laudatoren, unter ihnen Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und Landesrat Markus Achleitner.

Ausgezeichnet wurden die Sieger in den sechs Kategorien Feuer, Erde, Wasser, Luft, Jugend und Sustainable Plastics sowie die Gesamtsieger. Erstmals gab es heuer zwei Gesamtsieger, die punktegleich aus der Jurierung hervorgingen.

Zwei Gesamtsieger

Einer der beiden Gesamtsieger sind die Tp3 Architekten mit einem zukunftsweisenden Schulsanierungs-Projekt in Reichenau im Mühlkreis. Dort wurde die Volksschule mit einer vorgesetzten und hinterlüfteten Holzfassade saniert. Der massive Bestandsbau wurde belassen und mit einer neuen, luftdichten und hochwärmegedämmten Holzriegelkonstruktion umhüllt - ein Maßanzug aus Holz quasi.

Der zweite Gesamtsieger ist die Energie AG Wärme. In Kooperation mit dem Zementwerk Hatschek und der Stadt Gmunden wurde ein neues Fernwärmeprojekt gestartet. Eine Anlage zur Abwärme-Auskoppelung im Zementwerk bündelt die industrielle Abwärme und versorgt Gmunden mit Wärme.

Sechs Kategoriesieger

In der Kategorie Feuer gewann die Link3 GmbH aus Attnang-Puchheim mit ihrem intelligenten Heizwassermanagement. Heizanlagen werden durch diese überall einsetzbare Technologie um bis zu 50 Prozent sparsamer und der Aufwand für Errichtung, Betrieb und Wartung wird deutlich verringert.

Sieger in der Kategorie Erde wurde die Morgentau Biogemüse GmbH. Morgentaugärten ist Österreichs größtes Urban-Farming-Projekt mit 15 Standorten und über 650 urbanen Bio-Hobbygärtnern in Graz, Linz, Wels, Steyr, Enns, Leonding und Traun. Die Pflanzen sind alle bio, das Projekt wird durch Experten begleitet. Die Selbsterntegärten gibt es zu 20, 40 und 60 Quadratmetern.

Das Siegerprojekt in der Kategorie Wasser sind die Zero Waste Geschirrspültabs der Firma claro products GmbH. Die Tabs sind vollkommen biologisch abbaubar und garantieren eine effektive Reinigung. Die Folie um die Tabs ist wasserlöslich und die Verpackung ist aus Graskarton.

Die Firma Amag Austria Metal AG aus Braunau mit ihrem ausgeklügelten Wärmerückgewinnungsprojekt ist der Sieger in der Kategorie Luft. Mit der Nutzung der Abwärme aus dem Gießprozess werden hier jährlich 4.500 Tonnen CO2 vermieden.

Jugend hat gute Ideen

Junge, kreative Köpfe gibt es in der HTL Braunau, dem Sieger in der Kategorie Jugend. Im Maturaprojekt „HumanEnergy“ von Leonhard Winkler und Christoph Schnitzinger wurde eine leistungsstarke Glukosebrennstoffzelle für Herzschrittmacher entwickelt. Ein Nanopartikel-Katalysator wandelt in der Brennstoffzelle körpereigenen Zucker in elektrische Energie um.

In der Sonderkategorie Sustainable Plastics ging der Sieg an die Firma Thermowhite GmbH aus Spital am Phyrn für ein neues Recycling-Verfahren. Hier werden aus Sondermüll hochwertige Dämmstoffe hergestellt, die in der Wärme- und Trittschalldämmung eingesetzt werden.

Die Idee des Wolfgang Neumann

Den Energy Globe hat Wolfgang Neumann 1999 ins Leben gerufen. Nach 20 Jahren ist er mehr denn je fasziniert mit welcher Vielfalt an Ideen und Projekten ressourcenschonende Energiegewinnung möglich ist. „Es gibt Lösungen, man muss sie nur umsetzen“, forderte Neumann auf. „Zu demonstrieren ist positiv, aber jeder muss selber etwas tun.“

Jeder kann etwas tun

Egal ob Privatperson oder Unternehmen, jeder kann und muss etwas für mehr Nachhaltigkeit tun, ist Neumann der Meinung. Heuer wurden über 2.000 Projekte weltweit eingereicht. Über die Jahre wurde auch die Qualität der Projekte immer besser. „Hier hilft die ganze Welt zusammen“, fügte Neumann stolz hinzu.

Zwei konkrete Wünsche hat Neumann noch: Nachhaltigkeit muss ein Geschäftsmodell werden in das es sich lohnt zu investieren. Außerdem muss Energiesparen zu einem persönlichen Vorteil für jeden werden und nicht nur den Klimawandel bremsen.

Mehr Details zu den Nominierungen und den Preisträgern gibt es unter www.energyglobe.at.


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