Raser-Wahnsinn in Wels: Hirn aus und Motor an
WELS. Selbst erfahrene Polizisten schütteln derzeit über das, was sich auf den Straßen zwischen Wels und Linz abspielt, den Kopf. „Roadrunner“ nannte sich eine Schwerpunktaktion. 111 Anzeigen gab es in der Messestadt. Der Überdrüber-Wahnsinn: In der Linzerstraße in der 70 km/h-Zone waren zwei Lenker mit 190 und 176 Stundenkilometer unterwegs.

Chefinspektor Andreas Weidinger, Leiter des Verkehrsreferates bei der Welser Polizei, ist fassungslos: „Die Herren waren in verbautem Gebiet unterwegs. Es braucht ein konzentriertes Vorgehen gegen die Raserei. Ich bin für eine Sonderkommission mit erweiterten Befugnissen.“ Bei Hooligans gibt es die Gefährderansprache. Das kann sich Weidinger auch hier vorstellen: „Seit Monaten haben wir unsere Kontrollen verstärkt. Das belegt auch die Statistik bei den Anzeigen.“ Aber neben den Kontrollen braucht es eben noch mehr. Er plädiert weiter für eine Section Controll beispielsweise auf der Eisenhowerstraße und Salzburgerstraße. Außerdem soll die Kamera-Überwachung der Ampelanlagen ausgeweitet und auch auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.
Lokalaugenschein geplant
Gemeinsam mit der Stadt wird es einen Lokalaugenschein für eine mögliche Section Control geben. Auch mit der Forderung nach einem härteren Vorgehen kann sich FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß anfreunden. „Es kann und darf nicht sein, dass die Stadt Wels als Austragungsort von Straßenrennen auserkoren wird“, so der karenzierte Polizist.
Neben dem Führerscheinentzug müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass das Fahrzeug sichergestellt wird. Hier sind aus der Sicht des Vizebürgermeisters drakonische Strafen notwendig und der Führerscheinentzug ist in so einem Falle einfach zu wenig. Zusätzlich sollte der Lenker auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, fordert Kroiß in einer Aussendung.
Weitere Vorgehensweise
Die Aktion Roadrunner wird auf jeden Fall fortgesetzt. Das ist beschlossene Sache. Seit dem tödlichen Unfall auf der Sauna-Kreuzung sind die Welser Beamten sowieso hochsensibilisiert: „Wir kontrollieren auf den Hauptverkehrsrouten durch die Stadt. Es wird gerade auf den zweispurigen Straßen wie Eisenhowerstraße, Salzburgerstraße, Linzerstraße viel zu schnell gefahren. Doch wir können nicht überall kontrollieren und außerdem haben wir noch andere Aufgaben.“ Ein Beispiel: Am Donnerstag, 25. Juli, gab es einen Familienstreit mit Drohungen mit Messer und am Abend einen schweren Raubüberfall.


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