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WELS/Grieskirchen. Die aktuellen Veränderungen in der Gesellschaft gehen auch an den Kindern und Jugendlichen nicht spurlos vorbei. Primar Adrian Kamper gibt Tipps wie Gespräche verlaufen sollen.

Primar Adrian Kamper, Leiter des Departments für Psychosomatik für Säuglinge, Kinder und Jugendliche am Klinikum Wels-Grieskirchen gibt wertvolle Tipps. Foto: Klinikum/Nik Fleischmann

Mit Kindern sollte dem Alter entsprechend über Corona gesprochen werden. Adrian Kamper, Leiter der Arbeitsgruppe Psychosomatik der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), rät den Kindern sachliche Informationen zu geben, aber Menge und Details an das Alter anzupassen. Die Informationen der Nachrichtensendungen sollten gefiltert weitergegeben werden.

Ehrlich sein

Die Botschaften sollten der Wahrheit entsprechen, nicht dramatisieren, die Aussagen sollten das Kind in der jeweiligen Altersphase abholen. „Können Kinder Fragen stellen und bekommen sie darauf ruhige, klare Antworten, ist dies ein guter Weg, um Ängste zu lindern“, erklärt der Mediziner, der auch die Kinder- und Jugendheilkunde am Standort Grieskirchen leitet.

Eltern sollten sich für die Fragen ausreichend Zeit nehmen und Zuwendung signalisieren. Der Primar empfiehlt das Corona-Youtube-Erklärvideo der Stadt Wien „Das Coronavirus Kindern einfach erklärt“, das wesentliche Punkte rund um das Virus und Verhaltensmaßnahmen auf kindgerechte Weise zusammenfasst – www.youtube.com/watch?v=_kU4oCmRFTw.

Altersgerechte Erklärung

Bei Kleinkindern sind kurze, unkomplizierte Sätze wichtig, man kann Geschichten und Spielsachen einbeziehen. Faktoren wie Essen, Schlafen, Spielen sollten gleich bleiben.

Vier- bis Siebenjährige begreifen die Krankheit anhand einfacher Symtome, Erklärungen sollen nicht komplex sein, aber mehrmals wiederholt werden. Wichtig ist die Welt im hier und jetzt.

Sieben- bis 12-Jährige verstehen Krankheit und Symtome schon. Stress zeigt sich hier oft körperlich oder psychisch.

Zuverlässige Quellen nutzen

Jugendliche machen sich schon vermehrt ihre Gedanken, haben Sorgen. Ihnen ist die Kommunikation mit Freunden wichtig. Wenn Jugendliche sich im Internet informieren, sind zuverlässe Quellen wichtig, wie www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-forpublic/myth-busters.

Stress verursacht Beschwerden

Für alle Altersgruppen von Kindern gilt: verstärkter Stress kann sich durch körperliche Beschwerden oder psychische Reaktionen zeigen, unter anderem durch Bauch- oder Kopfschmerzen, verstärktes Herzklopfen, vermehrte Suche nach Zuwendung, Unruhegefühl, Stimmungsschwankungen oder durch Schlafstörungen.

Ein paar Familien-Tipps

Sinnvoller Zeitvertreib: Spielangebote, Lesestoff, Bastel-material, auch Social-Media-Kontakt zu Gleichaltrigen

Familienalltag mit Struktur: Tagesablauf mit Fixpunkten und Ritualen - Lernen, Spielen, Pausen, Essen, Tages- und Nacht-Rhythmus

Auch Spaß darf sein: Tägliche Zerstreuung durch Spiele, Lesestoff, Filme

Allein sein erlaubt: jedem seine Privatsphäre, Rückzugsorte

Was gilt, das gilt: Alltagsarbeiten und Haushaltsaufgaben aufteilen (schriftlich)

Bei dicker Luft: Umgangsregeln damit Situation nicht eskaliert, Stopp-Signal vereinbaren, nach Beruhigung Situation nachbesprechen

Telefonische Hilfe

Telefonseelsorge 142

für Jugendliche: Rat auf Draht 147

Opferschutzeinrichtungen:

Gewaltschutzzentrum 0732/607760 und Krisenhilfe 0732/2177

Erklärvideo: www.youtube.com/watch?v=_kU4oCmRFTw


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