Tourismus: Gutscheinheft, ein Minus und Zeit für Investitionen
WELS. „In den ersten zwei Monaten im Jahr 2020 hatten wir ein Plus von 19,6 Prozent bei den Nächtigungen. Es herrschte Euphorie und dann kam der Lockdown“, blickt der Tourismus-Obmann Helmut Platzer zurück. die Bilanz (siehe Infokasten) liegt auf dem Tisch. Mit einem Gutscheinheft will man die Gäste in die Gastronomie locken.

Mit dem Namen „Voi Guad“ will man das typisch Oberösterreichische bei dem Gutscheinheft herausstreichen: „Keiner weiß, ob und wie es Auslandsreisen geben wird. Also ist der Kampf um den Binnentourismus eröffnet. Hier setzen wir ganz bewusst auf das Thema Regionalität und auf die Stärken unserer Gastronomen und Direktvermarkter“, meint Tourismus-Geschäftsführer Peter Jungreitmair und weiter „Dieses Heft hat einen Wert von 230 Euro, der Konsument zahlt aber nur 14,90 Euro“, 26 Gutscheine holen im Rahmen des Voi Guad Gutscheinheftes 12 Gerichte der regionalen Gastronomie (1 plus 1) , 8 Kostproben von bäuerlichen Direktvermarktern, 6 Eintritte in Museen und Teilnahmen an Rundgängen sowie 10 kostenlose Freizeittipps vor den Vorhang. „Das Konsumverhalten hat sich bei vielen geändert. Mit diesem Gutsheinheft schaffen wir Anreize wieder in die Gastro zu gehen, wenn sie offen hat“, hofft FP-Bürgermeister Andreas Rabl. Erhältlich ist das Gutscheinheft in der Wels Info am Stadtplatz und bei den teilnehmenden Betrieben. Für die Hotellerie fungiert „Voi Guad“ als attraktives Zusatzangebot für privat reisende Nächtigungsgäste.
Die Verantwortlichen sind froh, dass die Region keine reine Touristendestination ist: „Der Wirtschaftstourismus legt langsam zu“, so die einhellige Meinung. Trotzdem wird es lange dauern. Denn durch die Absagen von Messen und Großveranstaltungen und die ungewisse Zukunft wird es aus diesem Segment wohl lange dauern bis wieder Gäste in die Region strömen.
Investitionen
Die Lage in der Gastronomie ist ernst, aber nicht hoffnungslos. „Die Wirte waren in den letzten Monaten nicht untätig. Viele von ihnen haben in ihre Betriebe investiert“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner. „Es wird ausgemalt, saniert und umgebaut“, legt Helmut Platzer nach. Er muss es wissen. Er hat den Bayerischen Hof und das Hotel Alexandra an Tochter Alexandra übergeben. Und die hat die Frühstücksräume der Hotels umgebaut.
Bilanz der Tourismusregion Wels
In der Tourismusregion Wels sind Betriebe aus der Messestadt, Sattledt und Kremsmünster zusammengefasst. Mit 131.336 statistisch erfassten Nächtigungen im Jahr 2020 wird ein Minus von 47,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. 63.344 Gäste, das sind 54,4 Prozent weniger als 2019, haben in der Region genächtigt. Mit allen freiwilligen Mitgliedsbetrieben verfügt die Region über 61 Beherbergungsbetriebe mit rund 1.500 Zimmern und 2.800 Betten, in welchen gesamt knapp 172.00 Übernachtungen verzeichnet wurden.
In der Stadt Wels wurden in den 32 Beherbergungsbetrieben mit 1.506 Betten im vergangenen Jahr 99.869 Übernachtungen (minus 48,6 Prozent zu 194.119) bei 51.646 Ankünften (minus 53,2 Prozent zu 110.299) verzeichnet. Der Rückgang ist mit minus 55,2 Prozent in den Betrieben der 4-Stern-Kategorie am gravierendsten. Die 3-Stern-Betriebe in Wels verzeichnen ein Minus von 46,9 Prozent und die sonstigen Betriebe ein Minus von 36,9 Prozent. In Sattledt wurden in den sieben Beherbergungsbetrieben 19.940 Nächtigungen (minus 50,1 Prozent zu 39.936) statistisch erfasst. In der Tourismusgemeinde Kremsmünster ist der Rückgang mit minus 33,3 Prozent auf 11.527 Nächtigungen (von 17.280) in den elf Beherbergungsbetrieben noch am geringsten.


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