Nachruf auf Gunter László Weis: Die Kunst war sein Leben
WELS. Die Kunst in allen Facetten und das Zeichnen im Speziellen war sein Leben. Gunter Laszlo Weis hat in vielen Bereichen seine Spuren hinterlassen und viele Menschen mit seiner Kreativität berührt. Ein Nachruf.

Der Künstler Gunter László Weis, der am 8. Oktober 1951 in Vorchdorf das Licht der Welt erblickte, legte am 11. September 2021 seinen Zeichenstift für immer nieder.
Mit unglaublichem Ehrgeiz und Besessenheit stürzte sich Laszlo in seine Zeichenwelt. Die Genauigkeit in der Strichführung und die Einzigartigkeit und Komplexität der Geschichten, die er in seinen Arbeiten erzählt, zeigen seine Kunstsinnigkeit und sein Verständnis für Philosophie, Geschichte und Musik.
Die Weis-Handschrift
Gunter zeichnete nicht einfach so. Mit einer immensen Belesenheit ging er an seine Werke heran, die mit Strich und Wort eine Einheit ergaben. Das war die typische Weis-Handschrift.
Seine Arbeiten gab es von Österreich bis hinauf nach Finnland zu bewundern. Wenn er nicht arbeitete, lebte und genoss er sein Leben in vollen Zügen. Vorchdorf, Linz, Lambach und Wels waren ihm nicht nur Rückzugsort, sondern boten ihm auch die Möglichkeit, Menschen zu treffen und sie auch in ihrer Kreativität zu fördern. László begab sich immer auf Augenhöhe mit ihnen und brachte sie auch so voran.
Gunther war ein Bohémien im klassischen Sinne. Ein inniger Kontakt zu seinen Schwestern war ihm stets ein Herzensbedürfnis.
Zwei Mal trat er in den Stand der Ehe ein. Vor 16 Jahren lernte er seinen Lebensmenschen Monika Melichar kennen. Mit voller Schaffenskraft erarbeiteten sie viele Projekte. Es folgten einige Gemeinschaftsausstellungen wie zum Beispiel in der Galerie im Lebzelterhaus in Vöcklabruck, Stadtturmgalerie Schwanenstadt, Bruck an der Mur, Kitzmantelfabrik Vorchdorf, Kulturcafe Gmunden, Atelier Hamburg, Fachhochschule Wels und einige mehr.
László bespielte auch drei Mal den Welser Arkadenhof Kultursommer. Zu seinem 60sten Geburtstag bekam er die goldene Kulturmedaille der Stadt Wels.
Nach einem Schlaganfall vor sechs Jahren begann Gunter trotz körperlicher Einschränkungen und Sprachverlust mit der linken Hand zu zeichnen. Diese neue Herausforderung meisterten Gunter und Monika in der Zurückgezogenheit. In dieser harmonischen Zeit entstanden Arbeiten der Leichtigkeit. Die letzten vier Monate seines Lebens waren geprägt von schweren Krankheiten. „Wenn ich nicht mehr arbeiten kann, bin ich tot“, war ein Zitat von Gunter László Weis. Am 11. September wurde es Realität. Mit der Radikalität und dem Willen, Entscheidungen zu treffen, legte er schon in den 1990er-Jahren fest, dass sein Körper der Wissenschaft, genauer an die medizinische Universität Innsbruck, übergeben wird.
Seine eindrucksstarken Bilder und der Nachhall seiner Worte werden immer in Erinnerung bleiben.
Gunter László Weis schrieb vor Jahren:
Nicht alles bei Gott ist festgelegt
In der Stille des weiten Ozeans
So wie eine Insel dieses aufzusuchen gilt
Wie eine Momentaufnahme in der
Entstehungsgeschichte von Kommen und Gehen


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