Bürgerlisten und Bewegungen haben Gemeinderäte gehörig durchmischt
WELS-LAND. Nach der Wahl von neuen Bürgerlisten und Bürgerbewegungen in die Gemeinderäte haben sich die Verhältnisse in Stadl-Paura, Lambach und Fischlham verschoben.

In Stadl-Paura, Lambach und Fischlham sind neu gegründete Gruppen zur Wahl angetreten, in allen drei Gemeinden stellen sie sich teilweise aus ehemaligen Mitgliedern der „traditionellen Parteien“ zusammen.
Stadlinger Team kam bei Wählern an
Voll aufgegangen ist die Strategie für Christian Popp aus Stadl-Paura. Der Bürgermeister (bisher FPÖ) gründete vor einem Jahr das „Team für Stadl-Paura“, nach eigenen Angaben eine parteilose Bürgerbewegung. Mandatare der FPÖ und später der ÖVP schlossen sind an. An den vordersten Rängen der Liste finden sich ehemalige FPÖ- und ÖVP-Mandatare genauso wie Quereinsteiger.
„Die Leute wollen das Gegenteil von dem, was es im Bund gibt, sie wollen Sachpolitik und keine Streitereien. Das bisherige Parteiensystem hat ausgedient. Bei uns sind Menschen, die gern für Stadl-Paura arbeiten“, sagt Popp und seine Strategie scheint bei den Stadlingern angekommen zu sein: Die Liste hat 74,68 Prozent und damit 24 Mandate (von 31) gemacht. Zuvor hatte die FPÖ 14 und die ÖVP vier Mandate, gemeinsam also deutlich weniger als jetzt die Bürgerbewegung. Die FPÖ und die ÖVP als solche sind auf Gemeindeebene in Stadl-Paura gar nicht mehr angetreten. Die SPÖ hat künftig in Stadl nur mehr fünf Gemeinderäte, zuvor waren es elf.
Auch Popp als Bürgermeisterkandidat hat die Wahl klar entscheiden können. Bei zwei Gegenkandidaten konnte er 81,57 Prozent holen.
Neue Liste in Lambach
In der Parteienlandschaft so einiges verändert hat sich auch in Lambach, wo die „Liste für Lambach“ mit den ehemaligen ÖVP-Mandataren Walter Topf, Peter Deinhammer und Caroline Topf an der Spitze zum ersten Mal antrat. Zum Team gehört auch der bisherige Neos-Mandatar Johann Fuchs. Die Bürgerliste ist gemeinsam mit der SPÖ nun zweitstärkste Kraft im Gemeinderat (beide sechs Mandatare). Mit 23,22 zu 23,10 Prozent hat die Liste die SPÖ in Prozenten sogar ganz knapp überholt.
Stärkste Kraft im Gemeinderat ist mit neun Mandataren künftig wieder die ÖVP. Johannes Moser (ÖVP), bisher erster Vizebürgermeister, muss am Sonntag auch in die Bürgermeister-Stichwahl gegen seinen ehemaligen Parteikollegen, den Gärtner Walter Topf von der Bürgerliste. Bei der ersten Wahl waren 37,27 Prozent für Moser und 27,66 Prozent für Topf.
Zweitstärkste Kraft in Fischlham
Bewegung ist auch in den Fischlhamer Gemeinderat gekommen. Dort zieht neu die „Fischlhamer Bürgerinitiative“ mit ihren Spitzenkandidaten Andrea Holzleithner (ehemalige VP-Vizebürgermeisterin) und Werner Achleitner (ehemaliger SP-Gemeinderat) ein. Die heuer gegründete Liste hat künftig sieben Sitze im Gemeinderat und ist damit zweitstärkste Kraft. Die ÖVP hat ihre absolute Mehrheit verloren und hat neun Mandate. Nur mehr zwei Mandate hat die FPÖ, gar nur mehr ein SPÖ-Mandatar sitzt in Zukunft im Gemeinderat.
VP-Bürgermeister Klaus Lindinger ist mit 54,34 Prozent wiedergewählt, Holzeithner erhielt bei der Bürgermeisterwahl 34,94 Prozent. Zu einer Stichwahl kommt es hier also nicht.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden