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BUCHKIRCHEN/PICHL. Die Wahlen im Herbst brachten mehrere Veränderungen bei den Bürgermeistern in Wels-Land mit sich. Zwei ehemalige Bürgermeisterinnen sprachen mit Tips über ihr Amt und das Leben nach der Politik.

Regina Rieder aus Buchkirchen (Foto: Marianne Mittermayr)
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Regina Rieder und Gabriele Aicher waren bis vor der Wahl zwei der wenigen Frauen im Bürgermeisteramt. Jetzt starten sie beruflich neu durch.

Regina Rieder aus Buchkirchen

Zwölf Jahre war Regina Rieder die Bürgermeisterin in Buchkirchen. Damals hat die ÖVP-Politikerin das Amt von der SPÖ erobern können. Am 10. Oktober haben sich die Buchkirchner wieder für einen SP-Bürgermeister entschieden. „Ich habe das Bürgermeisterin-Sein gelebt. Und ich hätte es auch noch gerne weitergemacht, schließlich war ich es mit Leib und Seele. Aber jetzt geht es auf zu neuen Ufern“, sagt die 57-Jährige, die zu ihrem früheren Arbeitgeber zurückgekehrt ist. Bei der Umwelt Service GmbH (einer Tochter der Energie AG) ist sie nun in der Projektunterstützung tätig. Baut dort einen neuen Bereich mit auf.

Der Verlust des Amtes hat sie schon geschmerzt, das gibt sie zu. Jetzt genießt sie es aber, weniger Verantwortung zu haben: „Ein Bürgermeister ist immer für alles in der Gemeinde verantwortlich“. Und gerade die zweite Amtsperiode war sehr herausfordernd. Eineinhalb Jahre hatte man keinen Amtsleiter und dann kam auch noch Corona. Stolz ist sie auf das was für die Gemeinde erreicht werden konnte.

Viel Zeit zu Hause verbracht

Zum Schluss sei die Stimmung in der Bevölkerung aber deutlich schlechter geworden, berichtet Rieder von Erlebnissen. „Die Leute waren unzufrieden, man hat nichts mehr recht machen können. Corona und die Bundespolitik haben da sicher auch reingespielt. Jetzt merke ich, es gibt auch etwas anderes. Ich habe jetzt wirklich eine Freizeit und ein Wochenende.“

In den ersten Wochen nach der Wahl hat sie viel Zeit zu Hause verbracht, sich mit Heimwerken beschäftigt, ausgemistet oder Freunde besucht. „Ich genieße es, Zeit für mich zu haben. Denn so wie jetzt hatte ich es noch nie. Seit ich 16 Jahre alt war habe ich mich immer irgendwo engagiert“. Jetzt will sie erstmal alles auf sich zukommen lassen, etwas mehr Sport betreiben, der Rest wird sich weisen.

Gabriele Aicher aus Pichl

Genauso gern wie Regina Rieder in Buchkirchen war Gabriele Aicher VP-Bürgermeisterin von Pichl, wenn auch kürzer. Aicher ist nach nicht ganz zwei Jahren im Amt ihrem SP-Mitstreiter unterlegen. Vizebürgermeisterin war sie aber auch schon seit 2012.

„Das war schon ein Schock, das gebe ich zu. Ich hätte es gern noch weitergemacht. Aber ich bin dabei das jetzt abzuschließen, ich bin resilient“, blickt die 42-Jährige nach vorn. Ihren Job bei der Firma Fronius, wo sie seit 15 Jahren beschäftigt ist, hat die frühere Bürgermeisterin nie ganz aufgegeben. Nur den Bereich hat sie gewechselt, jetzt ist sie in der Abteilung „Organisation und Prozesse“ teilzeitbeschäftigt und erarbeitet strategische Abläufe im Unternehmen.

Zeit für die Familie

Daneben hat sie mehr Zeit für die Familie und die drei Töchter im Alter von sieben, vier und eineinhalb Jahren. „Vorher hatte ich keine Freizeit, habe auch in der Nacht gearbeitet. Jetzt kann ich wieder mehr mit der Familie unternehmen“, sieht Aicher auch die andere Seite der Medaille.

„Bürgermeisterin sein ist ein verantwortungsvoller, aber ein schöner Job. Es ist ein gutes Gefühl für die Leute etwas bewegen zu können“. Gestärkt fühlt sie sich durch die vielen positiven Gespräche, die sie in den letzten Wochen führen konnte, wenn sie im Ort unterwegs war.


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