Kammerführung im Gespräch mit den Bauern der Region
WELS. In seinem Heimatbezirk hat sich Franz Waldenberger als neuer Landwirtschaftskammer-Präsident vorgestellt. Im Rahmen der Bezirsktour sprachen er und Kammerdirektor Karl Dietachmair über die Herausforderungen in der Landwirtschaft und stellten sich den Fragen der Bauern.

Seit Dezember ist der Pennewanger Franz Waldenberger der neue Präsident der Landwirtschaftskammer. Waldenberger (er ist auch Bürgermeister in Pennewang und Biobauer) sprach mit den Bauern gleich zu Beginn eines der derzeit wohl gravierendsten Herausforderungen an: die massiven Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln. Dünger, Futter und Diesel sind teuer und vor allem Tierhalter stehen unter enormen Kostendruck. Die erwartete Entspannung ist leider nicht eingetreten. Waldenberger bekräftigte nochmal die Forderung der Bauern, dass die Erzeugerpreise steigen müssen.
Neue Ombudsstelle für unfaire Handelspraktiken
Der neue LK-Präsident ging auch auf den Green Deal der EU ein. Das Ziel Klimaneutralität bis 2050 und die Erhöhung der Biodiversität ist für ihn unumstritten. Die Maßnahmen zur Erreichung sind aber zu hinterfragen. So fordert er die Gleichstellung bei Klimazöllen um preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch auf die ökosoziale Steuerreform, zu der sich die Landwirtschaftskammer bekennt, ging Waldenberger ein und erklärte, dass es für das Förderprogramm „Energieautarker Bauernhof“ mit 25 Millionen Euro noch keine Details gibt und da es eine pauschale Rückvergütung für CO2-Bepreisung bei Agrardiesel geben wird. Für bäuerliche Familien wird es mehr Förderung geben.
Weiters berichtet der Präsident von der neuen Ombudsstelle für unfaire Handelspraktiken, an die sich jene Bauern wenden sollen, die von solchen betroffen sind. Diese Beratungsstelle soll bäuerliche Familienbetriebe unterstützen, die durch Handelskonzerne unter Druck gesetzt werden. Verankert wurde eine Liste verbotener Handelspraktiken.
Auch waren die Tierwohlstandards, die Nitratrichtlinie und die neu Stammsaisonier-Regelung ein Thema. Wie sich die Lage mit den Saisonarbeitskräften aus der Ukraine entwickeln wird, wird man erst sehen müssen.
Im Anschluss an Waldenberger präsentierte Kammerdirektor Karl Dietachmair den aktuellen Stand der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der EU. Der war für die heimische Landwirtschaft kein Wunschprogramm, sondern ein Verhandlungsprozess, wie betont wurde. Mitte 2022 ist hier die Genehmigung des nationalen Strategieplanes zu erwarten. Eine Infokampagne wird es geben.
Fragen der Landwirte
Bei der anschließenden Diskussion sprachen die Bauern die Themen EU-Ausgleichszahlungen, Photovoltaikflächen auf landwirtschaftlichen Gebäuden und Flächen und die geplante verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Gemeinschaftsverpflegung, Großküchen und Gastronomie an.


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