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THALHEIM/WELS. Sabrina Filzmoser hat schon viel erreicht im Leben: zwei Mal Bronze bei Weltmeisterschaften geholt, zwei Mal Europameisterin, vier Teilnahmen an Olympischen Spielen und zwei Achttausender bestiegen. Aber nicht nur sportlich hat die Judoka viel geleistet, auch sozial ist sie mit vollem Herzen engagiert.

  1 / 3   Am 16. Mai stand die Thalheimerin Sabrina Filzmoser am höchsten Punkt der Welt. Ihren Weg dorthin, der viele Judo-Stopps beinhaltete, hat sie mit einem Film dokumentiert, der jetzt Premiere feiert. (Foto: Privat/IJF)

Mit acht Jahren hat Filzmoser ihre Liebe für den Judosport entdeckt und für ihren Verein LZ Multikraft Wels bald erste Siege eingefahren. Nach unzähligen beachtlichen Erfolgen auf internationaler Ebene beendete die Thalheimerin ihre Karriere 2020. Judo macht sie trotzdem noch immer jeden Tag. „Weil man nie auslernt. Ich mag die Verbindung von Körper und Geist und es gibt jeden Tag neue Herausforderungen“, erklärt die 42-Jährige ihre Liebe zum Judo. Und die will sie auch weitergeben. Nicht nur an ihre Vereinskollegen, sondern auch an Menschen im Himalaya.

Entwicklungshilfe

2005 besteigt Filzmoser ihre ersten Berge in der Region. „Ich hab damals schon Judo-Anzüge für das Entwicklungsprojekt ,Judo for peace mitgehabt“, erinnert sich die begeisterte Bergsteigerin, die von da an fast jedes Jahr zurückkommt. „Wegen der Berge und wegen der Leute“, betont sie. Ihre sportlichen Ziele steckt sie sich dabei immer höher, aber auch für das Entwicklungsprojekt setzt sie sich voll ein und erreicht viel: Bhutan wird in den Judo Weltverband aufgenommen, Trainingsräume und zwei Stipendien für bhutanische Judokas an der Universität werden finanziert, mehrere hundert Kilogramm an Sportausrüstung für Schulen in Bhutan und Nepal werden übergeben und Judo wird als Sportunterricht in allen Schulen in Khumbu (Nepal) integriert.

Mit Judo zum Stipendium

Weil Filzmoser fest an die Ethik und die Werte des Judosports als Erziehungs- und Bildungsmethode und an Judo für den Frieden glaubt, initiiert sie das Entwicklungsprojekt „Everest Judo“. „Wir unterstützen und fördern junge Menschen, damit sie nicht gleich Träger oder Köchin werden müssen, sondern etwas lernen können. Wer es bis zum schwarzen Gürtel schafft, bekommt ein Stipendium“, erzählt die Thalheimerin von der Monjo Grundschule auf 2.800 Höhenmetern und der Sir Edmund Hillary School auf 3.790 Metern, die von vielen Sherpa-Kindern besucht werden.

Werben mit dem Everest

Um diesem Herzensanliegen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, schlagen ihr schließlich Freunde vor, doch den Mount Everest zu besteigen. Für die Spitzensportlerin gar keine abwegige Idee, denn 2016 stand Filzmoser mit dem Manaslu schon auf ihrem ersten Achttausender. Am 4. März 2022 startet die sechsfache Militär-Weltmeisterin in das Abenteuer „Forever Everest – Vom Meeresniveau auf den Mount Everest“. In Indien fährt sie mit dem Mountainbike auf Meeresniveau los, geht anschließend zu Fuß weiter ins Basislager und nutzt am Weg dorthin jede sich bietende Judomöglichkeit. Endlich angekommen hilft sie ihren Sherpa-Freunden beim Aufbau des Base Camps, akklimatisiert sich 50 Tage lang und wagt dann mit einem Sherpa und ohne Sauerstoff den Aufstieg.

Der höchste Punkt

Am 16. Mai steht die Thalheimerin auf 8.849 Metern. „Das war eine sehr emotionale Sache. Man steht am höchsten Punkt der Welt. Aber ich war auch immer voll konzentriert auf den Abstieg, denn es ist erst vorbei, wenn man wieder unten ist“, weiß die erfahrene Alpinistin.

Filmpremiere

Jetzt ist Filzmoser wieder unten, macht als angehende Polizistin derzeit ein Praktikum und präsentiert demnächst ihren Film „Everest Judo“ in der Sparkasse Wels. „Ich möchte damit so viele Spenden wie möglich sammeln und werde auch meinen Judo-Olympia-Aufnäher und meinen Everest-Kletterhelm versteigern lassen“, hofft Filzmoser einmal mehr, viel Geld für Stipendien lukrieren zu können.

„Sinnvolles tun“

Gleich am Tag nach dem Vortrag fliegt die Thalheimerin wieder nach Nepal. „Mit 200 Kilo Übergepäck“, freut sich Filzmoser über einen Haufen an Spenden. In Zukunft hofft sie, als Berufspilotin für Hubschrauber ihre Entwicklungshilfe auch gleich selbst fliegen oder bei Rettungsmissionen helfen zu können: „Dann mach ich was Sinnvolles!“

Premiere „Everest Judo“
Dienstag, 8. November, 18.30 Uhr
Sparkasse Ringstraße Wels
Anmeldung per Mail an manuela.pichler@sparkasse-ooe.at
Freiwillige Spenden erbeten

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