Zum 23. Mal am 24. Dezember im Einsatz beim Roten Kreuz
WELS. „Es ist eine besondere Nacht. Sie hat im Dienst eine eigene Stimmung“, erzählt Romana Zauner. Die 47-Jährige wird am Heiligen Abend in der Leitstelle des Roten Kreuzes ihren Dienst versehen. Und das nicht zum ersten Mal.

Es ist jetzt der 23. Nachtdienst den Zauner am 24. Dezember versehen wird. 1995 kam sie zum Roten Kreuz als Freiwillige. Da begann nicht nur die Karriere als Helferin, sondern auch die der Nachtdienste an diesem speziellen Datum: „Ich habe mich immer freiwillig gemeldet. Meine Familie kennt nichts anderes von mir. Viele Kollegen haben Kinder und so können sie zusammen feiern“, sagt die Peuerbacherin.
Zu Beginn ihrer Rot-Kreuz-Karriere war sie im Rettungsdienst tätig. 1999 wurde sie hauptberufliche Mitarbeiterin. Seit einigen Jahren arbeitet Zauner in der Leitstelle in Wels, die für die Stadt, Wels Land, Grieskirchen, Eferding zuständig ist: „Wir betreuen ungefähr 230.000 Personen in 70 Gemeinden. Im Oktober hatten wir an der Leitstelle um die 41.000 Gespräche, sei es Telefon oder Funk“, erklärt Bezirksrettungskommandant Andreas Heinz, der selbst immer wieder Dienst versieht: „Ich war auch am 24. Dezember im Einsatz. Und es ist eine besondere Stimmung. Die Leute sind viel dankbarer. Aber auch bei Einsätzen ist es oft schwierig, wenn wir nicht mehr helfen können oder der Patient ins Krankenhaus muss“, erzählt Heinz.
Zauner spricht lieber über die positiven Fälle: „1999 hatten wir eine erfolgreiche Reanimation. Die Leute lächeln viel mehr, wenn wir ihnen helfen“. Von den Einsätzen her unterscheidet sich die Nacht nicht von anderen Nächten, eben die Stimmung macht den Unterschied. Die ist auch unter den Helfern spürbar anders. Es geht auch hier ruhiger zu. Obwohl die Anforderungen in den vergangenen Jahren enorm angestiegen sind. Es wird viel schneller beim Roten Kreuz um Hilfe gebeten. Die niedergelassenen Ärzte werden weniger und die Menschen suchen und brauchen Hilfe. So wird schnell beispielsweise der hausärztliche Notdienst angerufen oder gleich die Rettung alarmiert. Wo früher im Dienst noch die eine oder andere ruhige Minute vorhanden war, ist es jetzt nicht mehr so leicht eine Pause zu machen. Die Zeit wird knapper. Außer eben am Heiligen Abend. Hier kehrt spürbar Ruhe ein. „Wir hatten aber auch schon Dienste, wo wir die Jause noch hinstellten und alle weg mussten. Es ist nicht planbar“, ist die 47-Jährige überzeugt.


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