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THALHEIM. Lange Transportwege fallen bei Spargel aus dem Marchfeld oder noch näher aus Eferding zum Glück weg. Richtig regional versorgt ist man im Raum Wels in Sachen grüner Spargel aber dank Georg Martin Holzinger. Seit vier Jahren gedeiht auf seinen Feldern in Thalheim und Schleißheim „Asparagus“.

Mit Folientunnels trotzen Georg Holzinger und der Spargel der Kälte. (Foto: Holzinger)
  1 / 6   Mit Folientunnels trotzen Georg Holzinger und der Spargel der Kälte. (Foto: Holzinger)

Schon Holzingers Eltern Martina und Georg waren innovativ, was die Kulturauswahl betraf: Vor 40 Jahren begannen sie mit Erdbeeren, vor 20 Jahren mit Christbäumen und vor 15 Jahre kamen schließlich Kürbisse auf den Feldern vom Unterachleitner dazu. Und der Junior geht noch einmal andere Wege.

Pflanzen zum Geburtstag

2018, zum 20. Geburtstag, wünscht sich der Absolvent der Höheren land- und forstwirtschaftlichen Schule St. Florian Spargel-Pflanzen. „Ich habe viel von anderen Betrieben gesehen und in Spargel als Ergänzung zu den Erdbeeren eine gute Kombination von Zeit- und Arbeitskräfteeinsatz erkannt“, begründet Holzinger seine Entscheidung für das edle grüne Gemüse. Denn Spargelliebhaber war er bis dahin selbst eigentlich noch nicht. Heute ist das naturgemäß anders und der 25-Jährige beißt am liebsten gleich direkt bei der Ernte am Feld in die dünnen, zarten Spargeltriebe und lässt sich ein Spargel-Cordon bleu schmecken.

Eine heikle Pflanze

Bis dieses auf dem Teller landet, ist es allerdings doch ein großes Stück Arbeit, denn der Spargel ist ein heikles Gemüse. „Ein Sprichwort sagt: Der Spargel will seinen Herren jeden Tag sehen“, so Holzinger und kann das auch nur bestätigen. Einen Fehler wie Krankheit oder Schadbefall zieht die Pflanze mit. Spargel mag warme Temperaturen, Sonne und eher sandige Böden. „Letzteres haben wir nicht. Wir haben eher schwere Böden, aber dafür ist auf diesen der Geschmack besser“, ist Holzinger, der auch Leiter der Thalheimer Landjugend ist, überzeugt.

Spargel mag es warm

Seine Pflanzen bekommt er einjährig von einem Vermehrungsbetrieb aus Deutschland. Einmal gepflanzt will der Spargel in seinem zweiten Jahr gepflegt werden, bevor er im dritten Jahr eine kleine Ernte gibt. Erst im vierten, fünften Jahr geht es mit dem Ertrag so richtig los. Gegen die Kälte schützt den Grünspargel ein Folientunnel. „Der ist heuer ganz entscheidend, sonst hätten wir vor zwei Wochen noch gar nichts gehabt“, erklärt der junge Landwirt. Mit 1.000 Quadratmetern Spargel hat er 2018 angefangen, heuer ist es schon ein Hektar, das er mit Hilfe der Familie und Erntehelfern bewirtschaftet. Haupterntezeit ist Ende April bis Mitte Juni. Dabei werden die Triebe in der Früh geschnitten, weil dann die Qualität am besten ist und sind dann innerhalb von ein, zwei Stunden im Hofladen zu kaufen. Hat es um die 25 Grad, fühlt sich der Spargel am wohlsten und wächst sogar bis zu zehn Zentimeter am Tag. „Dann kann es schon sein, dass wir zweimal am Tag schneiden“, erklärt Georg junior.

Weißer Spargel im Wachsen

Bisher wuchs beim Unterachleitner nur Grünspargel. Heuer hat Holzinger aber auch erstmals weißen Spargel gesetzt. Im Gegensatz zum grünen wird beim weißen die Erde rundherum aufgedämmt und der Trieb wächst unterirdisch, wodurch er auch seine weiße Farbe behält. Bei der Ernte wird dann nicht geschnitten, sondern herausgestochen. Erstmals weißen Spargel wird man beim Holzinger 2024 bekommen.

Ab-Hof und am Markt

Bis dahin kann man aber den Grünspargel in der Achleitnerstraße 7 Ab-Hof täglich von 9 bis 13 und freitags bis 17 Uhr oder rund um die Uhr im Selbstbedienungskühlschrank sowie am Welser Wochenmarkt kaufen und genießen.


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