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MedienKulturHaus-Vergabe ist erfolgt, aber der politische Streit geht weiter

Gerald Nowak, 08.05.2023 15:49

WELS. Es gab drei Bewerber um das MedienKulturHaus. Der Kulturbeirat gab nach einer Präsentation eine Reihung ab und auch der Lenkungsausschuss. Aber gestritten wird über die Art der Abstimmung und noch einiges mehr.

Das MedienKulturHaus, ehemals Alte Sparkasse (Foto: Tips)
Das MedienKulturHaus, ehemals Alte Sparkasse (Foto: Tips)

Auch hier merkt man, dass das politische Klima in Wels schon bessere Zeiten erlebt hat. Im Kulturbeirat gab es ein Hearing der Kandidaten. Im Lenkungsausschuss (Stadtsenatsmitglieder waren nicht stimmberechtigt) traten die Kandidaten noch einmal auf und präsentierten ihre Konzepte. Es gewann das Bewerberteam rund um den bisherigen MKH-Stellvertreter Boris Schuld (MKH_Studios) mit klarem Vorsprung. Das Duo „Monatliche“-Herausgeber Christoph Brückl und Renate Pyrker (Offenes Kulturhaus Wels) stand noch vor dem Team Stefan Schiehauer und Christoph Schumacher (Medienhaus Medienkunst und Kulturzentrum Wels). Der Stadtsenat wird jetzt nach einem Beschluss die Verhandlungen aufnehmen.

Kritik an der Entscheidung

Gab es in den ersten Stunden nach der Sitzung noch versöhnliche Töne, wird der Ton rauer: „Die beiden anderen Projekte haben mir persönlich besser gefallen, da sie mehr in die Zukunft gerichtet sind“, sagt FP-Bürgermeister Andreas Rabl. Er kann sich nicht erklären, wie sich das Siegerprojekt finanzieren will, wenn die Veranstaltungstage steigen. Kulturreferentin Christa Raggl-Mühlberger gibt sich diplomatisch: „Durch die Ausschreibung musste sich das bestehende Team Gedanken zur Erneuerung ihres Programmes, ihrer Veranstaltungen und ihres gesamten Portfolios machen und ich hoffe, dass diese Maßnahmen dazu beitragen, das Medienkulturhaus offener für die Welser Bevölkerung zu machen“. Immer wieder taucht vor allem von der freiheitlichen Seite Kritik am Abstimmungsverhalten auf. Sie orten eine Front gegen sich. Der ehemalige MFG-Gemeinderat Jörg Wehofsich springt für seine blauen Kollegen in die Bresche. Er war selbst Teil des Lenkungsausschusses: „Hier verstärkt sich mein Verdacht, dass rein rechnerisch das Ergebnis der anonymen Abstimmung für mich nicht wirklich plausibel sein kann. Daher fordere ich von der Stadt Wels eine absolute Offenlegung und echte Transparenz der tatsächlich abgegebenen Stimmzettel.“ Beweise für diese Behauptungen legt er nicht vor.

Und genau diese Meinung, die stellvertretend Wehofsich abgibt, stößt den anderen Fraktionen auf. Stimmt nicht, sagen die anderen. „Es war ein demokratischer Prozess, der von Kulturreferentin Christa Raggl-Mühlberger so aufgelegt wurde und von den anderen Parteien mitgetragen wurde“, sagt VP-Stadtrat Martin Oberndorfer. Abstimmungen muss man anerkennen. „Es beginnen jetzt hoffentlich bald die Detailverhandlungen. In diesem Prozess haben wir viele sehr spannende Projektvorschläge präsentiert erhalten. Das kann man nutzen.“ „Die Behauptungen über das Abstimmungsverhalten sind absoluter Unsinn. Alle drei Bewerber haben sehr gute, kreative, ambitionierte und schlüssige Projekte präsentiert. Der Lenkungsausschuss ist in seiner geheimen Abstimmung offenbar auch dem Reihungsvorschlag des Kulturbeirates der Stadt Wels gefolgt“, meint SP-Vizebürgermeister Klaus Schinninger.


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