Zweites Giraffenbaby im Zoo Schmiding geboren
KRENGLBACH. Exakt drei Monate nach der Geburt von Ayo erblickte am 9. Juni 2023 das kleine Giraffenmädchen Ilvie das Licht der Welt. Wie Samira ist auch Giraffenkuh Sara schon mehrfache Mama und mit der Muterrolle vertraut. Fast 60 Kilo bringt das Riesenbaby auf die Waage bei einer Geburtsgröße von 1,60 Zentimeter. Damit ist das Mädchen zwar deutlich kleiner als ihr Halbbruder Ayo, aber ebenso niedlich.

Am Vormittag merkte die zuständige Tierpflegerin, dass Giraffenkuh Sara nervös wirkte, wenig später schon zeigte sich mit deutlichem Ausfluss das Platzen der Fruchtblase. Damit war die Sache klar, eine Giraffengeburt stand unmittelbar bevor. Sara wurde in den Innenbereich gelockt, da der Stall mit dicker Strohschicht die besten Geburtsbedingungen bot. Dann ging alles sehr schnell: Giraffenkuh Sara brachte ihr Junges, wie für Giraffen üblich, im Stehen zur Welt. Zuerst rutschten die Vorderbeine nach draußen, anschließend der Kopf. Die kleinen Hörnchen sind dabei noch eng am Kopf anliegend. Sobald der Kopf geboren war, war für die Giraffenkuh der schwerste Teil geschafft.
Zwei Meter Fall in die neue Welt
Kurz darauf fiel das Junge zur Erde – etwa zwei Meter tief. Die Giraffenkuh leckte ihr Junges, mit ihrer kräftigen Zunge trocken und drängte es auch unmittelbar zum Aufstehen. In freier Wildbahn ist dies ein lebenswichtiger Instinkt, um vor Fressfeinden flüchten zu können. Auch im Zoo Schmiding stand das Giraffenmädchen, von den Tierpflegern auf Ilvie (=Schmuckstück) getauft, schon eine Stunde nach der Geburt auf ihren dünnen Beinchen, um kurz darauf an Mamas Zitze zu saugen.
Ilvie wächst drei Zentimeter pro Tag
Ein wichtiger Schritt im Leben der kleinen Giraffen. Denn obwohl die Giraffe schon jetzt die Maße eines erwachsenen Menschen aufweist, heißt es für das Baby in den nächsten Monaten wachsen, wachsen und noch mehr wachsen. Und zwar drei Zentimeter pro Tag. Dafür ist es notwendig reichlich nahrhafte Muttermilch zu schlürfen. In wenigen Wochen wird das Giraffenkalb auch an den Blättern mit knabbern, allerdings kann es sie zu dieser Zeit noch nicht verdauen, sondern ernährt sich weiterhin von Muttermilch. „Eigentlich hätten wir erst in zirka zwei Wochen mit der Giraffengeburt gerechnet“, erzählt Tierpflegerin Wiener Selina. „Bei einer so langen Trächtigkeit von 15 Monaten muss man allerdings vorbereitet und flexibel sein. So war es die Überraschung des langen Wochenendes.“
EU-Programm
Im Zoo Schmiding lebt derzeit im Rahmen des EEPs (Europäen Ex-Situ Programms) eine sechsköpfige Rothschildgiraffenfamilie. Mit knapp 1400 geschlechtsreifen Tieren in freier Wildbahn (Stand 2019) wird die Rothschildgiraffe von der IUCN als gefährdet eingestuft.


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