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WELS. Lebenslanges Lernen – nicht nur in der Wirtschaft ein Schlagwort. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Wels beginnt das Lernen bereits in der Jugend und endet kurz vor dem Übertritt in den Reservestand mit 65 Jahren.

Die Bandbreite der Aufgabengebiete spiegelt sich in den Uniformen wider. (Foto: STEFAN GRAZIANI)
  1 / 3   Die Bandbreite der Aufgabengebiete spiegelt sich in den Uniformen wider. (Foto: STEFAN GRAZIANI)

Obwohl der Fokus bei den Jüngsten eher auf Sport und Spiel liegt, ist darin trotzdem immer auch die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten verpackt. Die Jugendausbilder, die selbst im Vorfeld entsprechende Ausbildungen absolvieren müssen, bereiten die Mädchen und Burschen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren auf den späteren Einsatzdienst vor. Der Wissenstest in den drei Stufen Bronze, Silber und Gold, die Erprobungen und zu guter Letzt auch das Feuerwehrjugend-Leistungsabzeichen ebenfalls in den Stufen Bronze und Silber bieten die Gelegenheit, sich mit Gleichaltrigen zu messen. Ganz Eifrige schaffen auch den höchsten Abschluss, das Abzeichen in Gold, und verschaffen sich damit einen Vorteil bei der Überstellung in den aktiven Einsatzdienst.

Der Ernst des Feuerwehrlebens beginnt mit 16

Mit dem 16. Geburtstag wird das Mitglied von der Feuerwehrjugend in die Aktivmannschaft der Feuerwehr überstellt. Um gerade in diesem kritischen Alter der Pubertät die Drop-out-Rate zu senken wurde vergangenes Jahr das Team „Next Generation“ gegründet. Hier werden die 15- bis 17- Jährigen gemeinsam ausgebildet, um das Wir-Gefühl, den Teamgeist, noch mehr zu stärken und die „Jungen“ werden behutsam auf den nahen Einsatzdienst vorbereitet. Im Zuge dieses Ausbildungsprojekts wird auch die Grundausbildung abgeschlossen.

Interessen vertiefen

Danach beginnt das Lernen aber erst so richtig. Nach der Absolvierung einer Truppführer-Ausbildung, in der die wesentlichsten Grundbegriffe des Feuerwehrhandwerks nochmals vertieft werden, führt der jeweilige Gruppenkommandant mit jedem Mitglied ein Fördergespräch. Dabei werden die Eckpunkte der zukünftigen Ausbildung in Abstimmung mit den Interessen des einzelnen Mitglieds festgelegt. Die Ausbildung zur Führungskraft oder auch Kurse in den einzelnen Sonderdiensten der Feuerwehr wie zum Beispiel Taucher, Schiffsführer, Sonderkraftfahrer, Drohnenpiloten oder Gefährliche-Stoffe-Dienst wollen wohlüberlegt sein.

Neben den Kursen an der Landesfeuerschule finden aber auch die allgemeine wöchentliche Aus- und Weiterbildung innerhalb der Feuerwehr sowie in den Übungen der Sonderdienste statt. Diese Ausbildungen werden von den eigenen Führungskräften geleitet. Angesichts all der Ausbildungen vergeht die Zeit wie im Flug und plötzlich hat man das 65. Lebensjahr erreicht. Hier gibt es dann noch die Aktion „65+“, aber mit 70 Jahren ist dann endgültig Schluss mit dem Einsatzdienst und man wird in den wohlverdienten Ruhestand, in die „Reserve“, überstellt.

Neue Mitglieder willkommen

Es gibt allerdings auch Quereinsteiger ins System Feuerwehr. Frauen und Männer, die sich mit 35, 40 oder auch 50 Jahren noch bereit erklären, sich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und Gutes zu tun. Diese Mitglieder durchlaufen nicht mehr die komplette Ausbildungslinie, sondern werden speziell auf ihre angestrebte Funktion im System hin ausgebildet und bleiben dann auf die vorher gemeinsam vereinbarte Rolle beziehungsweise Funktion beschränkt.


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