Kirchenrenovierung: Sipbachzell feiert Gottesdienst im Wirtshaus
SIPBACHZELL. 2014 wurde mit einer neuen Renovierungsetappe der Pfarrkirche Sipbachzell begonnen. Aus dem ursprünglich geplanten „Ausmalen des Innenraumes“ wurde allerdings ein umfangreiches und komplexes Projekt. Jetzt ist mit April ein Ende in Sicht, doch davor werden alle Interessierten noch einmal zu einem gemeinsamen Gottesdienst, einer Infoveranstaltung und der Besichtigung der Baustelle eingeladen.
Vor dem in den frühen 2010er Jahren geplanten Streichen der Wände wünschten sich die Diözese und das Bundesdenkmalamt eine Untersuchung des Gebäudes, bei der schließlich festgestellt wurde, dass zur langfristigen Erhaltung der Bausubstanz umfangreichere Vorarbeiten als geplant, nötig sein würden.
Bausünden beseitigt
In Folge mussten zuerst die Außenmauern trockengelegt und das Kirchturmdach mit dem Glockenstuhl erneuert werden. Die durch Bausünden aus der Vergangenheit entstandenen schadhaften Bereiche des Innenverputzes mussten beseitigt werden, ebenso der Bitumenanstrich unter dem Putz.
Neuer Anlauf 2022
2022 startete am 28. Jänner das neu gegründete Kirchenrenovierungs-Team mit seinem ersten Treffen, um das Gesamtprojekt Neugestaltung des Innenraumes der Pfarrkirche zu planen und um zu setzen.
Seither haben viele Treffen, Kirchenbesichtigungen, Lokalaugenscheine, viele Gespräche und unzählige Telefonate, stattgefunden.
Ausweichquartiere gefunden
Die Gespräche mit dem Kunst- und Baureferat der Diözese, dem Bundesdenkmalamt und Architekten gestalteten sich sehr viel langwieriger als geplant, dennoch konnten 2023 und 2024 erste Maßnahmen und Vorarbeiten durchgeführt werden. Ein im Herbst 2025 vom Denkmalamt vorübergehend verhängter Baustopp bedingte allerdings, dass die Christmette nur in einer halbfertigen Kirche gefeiert werden konnte.
Seit der letzten regulären Messe in der Kirche im Mai 2025 haben die Gottesdienste im Pfarrsaal oder in der Heiligenkreuz-Kirche stattgefunden und das Erntedankfest am Lagerhausplatz.
Modern und gemeinschaftsstärkend
„Mit der weiteren Renovierung und Neugestaltung des Innenraums wollen wir die Kirche für die nächsten Generationen erhalten, aber auch neue Schritte setzen und einen Feierraum schaffen, indem wir uns noch stärker als Gemeinschaft wahrnehmen“, erklärt Franz Grillmair vom Kirchenrenovierungsteam, warum es künftig keine Bänke und einen mobilen Altar geben wird.
Verhältnismäßig kostengünstig
Die Kosten der Renovierung belaufen sich auf 465.000 Euro. „Unser Glück ist, dass die Kirche bereits in den 1960er Jahren ausgeräumt werden musste, weil der Hochaltar morsch war. Wir haben also keine Fresken, keine Malereien und können eher kostengünstig generalsanieren“, berichtet Grillmair.
Infoveranstaltung und Baustellenbesichtigung
130.000 Euro wird die Diözese übernehmen, 150.000 das Stift, das Land, die Gemeinde und das Bundesdenkmalamt. 50.000 Euro entfallen auf Eigenleistungen. „Wir müssen also 135.000 Euro finanzieren und deshalb führen wir auch eine Haussammlung durch“, weist Grillmair auf die Infoveranstaltung am Sonntag, 25. Jänner hin. Da wird um 10.30 Uhr nach dem Gottesdienst im Gasthaus Ziegler über den aktuellen Stand der Kirchenrenovierung berichtet. Die Fußbodenheizung ist verlegt, der Betonboden fertig, die Steinteile restauriert und die Kirche ausgemalt - es geht also ans Einrichten.
Haussammlung soll helfen
Von 26. Jänner bis 15. März wird eine Haussammlung durchgeführt. Dazu wird jeder Haushalt besucht und um eine großherzige Spende gebeten.
Mit nur zwei Euro pro Haushalt und Jahr für die nächsten 60 Jahre (in diesem Abstand müssen historische Gebäude saniert werden) könnte man die aktuelle Generalsanierung ausfinanzieren.
Die Verantwortlichen der Pfarre Sipbachzell, allen voran Pfarrer P. Christian Mayr, sagen schon im Voraus herzlichen Dank und Vergelt`s Gott.
Erster Gottesdienst
Der 1. Gottesdienst in der neu renovierten Kirche wird für die Osternacht am Samstag, 3. April 2026 geplant.
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