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SATTLEDT. Der oberösterreichische Bauernbund feiert am 26. Februar den Weltfleischtag. Für Bezirksobmann Leopold Keferböck Grund genug, ein besonders positives Beispiel junger Fleischproduzenten vor den Vorhang zu holen. Lisi und Johannes Rührlinger sehen es als ihre Aufgabe, das Schnitzel für alle leistbar zu machen.

  1 / 3   Lisi und Johannes Rührlinger wollen die Menschen mit gutem, heimischen Schweinefleisch versorgen. Dafür haben die Sattledter Landwirte in einen Zuchtstall investiert, in dem sie sich mit Herz um die Tiere kümmern. (Foto: Rührlinger)

Beim Schusterbauern im Oberautal wurden 45 Jahre lang Schweine gemästet. 2024 wagten „die Jungen“ jedoch eine entscheidende Änderung: Sie stellten die Zucht voran und schufen damit ein geschlossenes System am Hof – von der Zucht über die Aufzucht bis zur Mast.

„Ich sehe das als einen sehr positiven Schritt – entgegen dem Trend, aus der Zucht auszusteigen“, freut sich Keferböck.

Kreislaufwirtschaft

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kreislaufwirtschaft. Die Ferkel werden am Hof geboren und mit der eigenen Ernte – Mais, Weizen, Gerste und Soja – gemästet. Gedüngt werden die Felder wiederum mit Gülle und Mist aus dem Schweinestall. „Das ist der natürlichste Dünger, den es gibt, und Kreislaufwirtschaft, wie sie sich gehört“, betont Keferböck und spricht von einem Vorzeigebetrieb im Bezirk.

Faszination „Schwein“

„Wir haben uns eigentlich mehr Arbeit gemacht, weil gemästet ist schnell“, schmunzelt Lisi Rührlinger, die schon von klein auf ganz vernarrt in Schweine ist. „Ich hab im Kinderwagerl im Stall geschlafen, auf meiner Schultasche waren Schweinderl und im chinesischen Sternzeichen bin ich ein Erdferkel“, lacht die 30-jährige Bäuerin über ihre Schweine-Faszination.

„Wir tun das voll gern“

Mit der Zucht zu beginnen war für die Jungbauern die Voraussetzung, um den Betrieb im Vollerwerb führen zu können. Mit der Mast alleine würde sich das nicht ausgehen. „Da müsste einer von uns arbeiten gehen. Aber wir sind einfach die, die sich nicht schön anziehen, sondern in den Stall gehen, stinkend und dreckig werden und am Abend Kreuzweh haben. Wir tun das voll gern“, schwärmt Rührlinger von ihrer Arbeit.

Sie ist gern ihr eigener Chef und hat es selbst als Kind geschätzt, dass immer jemand daheim war am Hof. „Es passt einfach gerade zu unserer aktuellen Lebensphase mit den kleinen Kindern daheim. Es ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, weil dann hätten wir den Stall nicht bauen dürfen,“ stellt die junge Mutter klar.

Die Betriebsnachfolger züchten, der angehende Altbauer mästet

„Aber der Zuchtstall ist unser Ding“, sagt Rührlinger über die 2024 errichtete Neuerung am Hof, den Stall mit Platz für 90 Zuchtsauen. „Im März 2025 haben wir die ersten Jungsauen eingestellt und im November die ersten eigenen Ferkel in die Mast übernommen, die noch mein Vater über hat“, erklärt Johannes Rührlinger.

Haltungsform: „Besonders tierfreundlich“

Das junge Paar, das Ende des Jahres den Hof übernehmen wird, führt einen konventionellen Schweinebetrieb, hat den Stall aber entsprechend der Haltungsform „besonders tierfreundlich“ mit mehr Platz gebaut. „Von Bio sind wir nicht überzeugt. Einstreu ist schnell dreckig und Stroh schimmelanfällig. Und das macht es auch nicht aus, ob es den Tieren gut geht. Es macht aus, wer in den Stall hineingeht und wie er mit den Tieren umgeht“, ist Rührlinger, die als Futtermittelberaterin tätig war, sicher.

„Es muss den Tieren gut gehen“

Keferböck gibt ihr recht: „Auf den Vollspaltenböden sind die Tiere sauber und trocken. Bei Bio muss man 100 Prozent dahinter sein und es ist richtig viel Arbeit“. Arbeit, die auch bezahlt werden muss und das ist für die Rührlingers verständlicherweise ein Punkt: „Natürlich machen wir unsere Arbeit aus wirtschaftlichen Gründen. Aber damit wir wirtschaftlich erfolgreich sind, muss es unseren Schweinen auch gut gehen und deshalb ist uns das Wohl der Tiere sehr wichtig. Und: Wir wollen das Land ernähren! Schwein ist das Fleisch des kleinen Mannes und wir wollen, dass das Schnitzel aus Österreich für jeden leistbar ist“, erklärt Rührlinger.


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