Leberkäse in Stockholm: Vom Mut, etwas Neues auszuprobieren
WELS/STOCKHOLM. Wenn man seinen Job als Polizist in der Messestadt aufgibt, um in Stockholm zu leben und dort Leberkäse zu verkaufen, braucht es Mut. Den müssen die Schweden aber auch haben, denn die Skepsis, etwas essenstechnisch Neues auszuprobieren, ist groß. Das ist die Geschichte von „Alpis“ mitten in der Altstadt der Hauptstadt.

Die familiäre Bindung zu dem Land im Norden Europas ist groß bei Gabriel Lehner. Immer wieder machten die Lehners Urlaub in Schweden bei den Verwandten. Nach der Polizeischule war er einige Zeit auf Streifendienst in der Messestadt. 2025 kam der Entschluss zur Auswanderung nach Norrtälje bei Stockholm. Eine Polizeikarriere stand im Raum, aber plötzlich reifte der Gedanke, den Sprung in die Gastronomie zu wagen.
Auch beim Dienst wird die Leberkäsesemmel gerne geschätzt, also müssen es die Schweden nun ebenfalls schätzen lernen. Da war er der Mut. Es folgten Planung und Vorbereitung. Ein gut 60 Quadratmeter großes Geschäft in der Altstadt von Stockholm war gefunden. Und dann ging alles schnell.
Verbinden
Im Namen Alpis werden die zwei Länder Österreich und Schweden miteinander verbunden. „Alpis steht für unsere Alpen und der Suffix „is“ wird umgangssprachlich im Schwedischen als Verniedlichung genutzt“, erzählt Lehner.
Produkte aus Österreich
Der Leberkäse wird von Gourmetfein und die vegane Version von Die Pflanzerei geliefert, die Semmeln kommen von Resch&Frisch und werden vor Ort fertiggebacken. Der Kren kommt aus der Steiermark. Senf, Ketchup, Gurkerl und Pfefferoni können ebenfalls zu den Leberkäse-Varianten verzehrt werden. Die Touristen, vor allem aus Österreich und Deutschland, sind begeistert und die Rückmeldungen positiv. Die Qualität wird gelobt: „Aller Anfang ist natürlich schwer“, erzählt Lehner, der mit Pendeln auf eine 90-Stunden-Woche kommt. Aber die Pride Parade war ein großer Schub für Alpis. „Hier sind vor allem viele Schweden zum ersten Mal zu uns gekommen und haben die Leberkäsesemmeln probiert“, meint der Junggastronom. Gut, dass die Eltern an diesem Tag in Schweden waren. Jede helfende Hand war wichtig“, erinnert sich Lehner.
Gastronomisches Kulturgut und Lebenselixier
Der Mut, etwas Neues zu probieren, kostet den Schweden Überwindung. Aber Hunger ist immer ein Antrieb. Der Traum vom Erfolg geht weiter. Denn die Rezensionen sind positiv. Die österreichischen Produkte - es gibt auch Almdudler und Manner-Wafferl - werden gelobt. Eines müssen die Schweden noch lernen. Eine Leberkäsesemmel ist absolut kein Sandwich, sondern österreichisches, gastronomisches Kulturgut und Lebenselixier.








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