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WELS. In einem Punkt sind sich die FPÖ und die SPÖ einig: Beide befürworten eine Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in der Messestadt. Ansonsten liegen die Meinungen weiter auseinander.

Die politischen Diskussionen im Welser Rathaus rund um die Kinderbetreuung reißen nicht ab.
Die politischen Diskussionen im Welser Rathaus rund um die Kinderbetreuung reißen nicht ab.

Sinnbildlich gesprochen stehen dafür Plakate in den parteieigenen Schaukästen. Die Freiheitlichen propagieren „Mehr Kinderbetreuung für Wels“. Die Sozialdemokraten „Beste Kinderbetreuung für Wels“.

Die Sozialdemokraten

Positiv sei, dass Helferinnen aufgenommen wurden, doch der gleichzeitige Abbau von pädagogischen Fachkräften werde das Problem verschärfen, befürchten SP-Gemeinderätin Laurien Scheinecker und die SP-Landtagsabgeordnete Petra Müllner. Sie betonen: „Kindergärten und Krabbelstuben sind keine Aufbewahrungsstätten, sondern Bildungseinrichtungen. Dafür braucht es gut ausgebildetes Personal.“ Hilfskräfte leisten wichtige Unterstützung. Sie können aber pädagogische Fachkräfte nicht ersetzen, die eine mehrjährige Ausbildung absolvieren müssen. „Aus gutem Grund werden Operationen von Ärzten durchgeführt und nicht von Krankenschwestern, obwohl beide Berufsgruppen in der Medizin gebraucht werden“, zieht Gemeinderätin Scheinecker einen Vergleich. Mehr Helferinnen, weniger Pädagoginnen als bisher und für die Fachkräfte stieg die Belastung, da die zweite Elementarpädagogin nicht mehr in der Gruppenarbeit eingesetzt wird, sondern ausschließlich in der Sprachförderung, kritisiert Müllner. „Eltern erzählen uns, dass Kinder beispielsweise drei Mal die Gruppe wechseln müssen am Tag. Es gibt Engpässe beim Personal, wir wurden in unseren Befürchtungen leider bestätigt. Es gibt immer noch keinen Springerpool“ und die wissenschaftliche Begleitung der Umstellung in der Sprachförderung fehle ebenfalls.

 Die Freiheitlichen

 Personalreferent Andreas Rabl (FP) weist die Kritik zurück: „Wir haben nicht weniger, sondern durch die Hilfskräfte mehr Personal in den Kindergärten. Es stimmt, dass es derzeit schwierig ist ausgebildetes Fachpersonal zu bekommen. Wir suchen seit Monaten für sechs Stellen in den Kindergärten Fachpersonal“. Alleine für die Sprachförderung werden acht zusätzliche Personaleinheiten eingesetzt. Das ist weit mehr, als Bund und Land empfehlen, sagt Rabl: „Außerdem gibt es einen Springerpool. Es ist aber nicht so, dass in einem Raum die Pädagogen warten, wo sie aushelfen, sondern es gibt eine klare Regelung. Zuerst hilft die jeweilige Kindergartenleiterin aus. Als zusätzliche Absicherung vor möglichen Engpässen unterstützen sich jeweils drei benachbarte Einrichtungen gegenseitig“, hält der Bürgermeister fest.

Die Generationenreferentin Margarete Josseck-Herdt ortet hier nur den Versuch wieder Unruhe zu stiften: „Der Ausbau der Kinderbetreuung in der Stadt Wels wird gerade jetzt massiv vorangetrieben.“ Konkret meint sie den Ausbau der Kinderfreunde in der Noitzmühle um zusätzliche Krabbelstubengruppen. Im Sommer wird der Kindergarten von Abenteuer Familie eröffnet.


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