Bundesstrasse 1: Planungen, Gespräche und die Kooperation mit den Gemeinden
MARCHTRENK. Die Proteste in der Stadt für einen raschen modernen Ausbau der Bundessstraße 1 reißen nicht ab. Tips fragte beim zuständigen Landesrat Günther Steinkellner (FP) nach.

Tips: Marchtrenk fordert rasch einen modernen Ausbau der B1. Es wird auf Aktionismus gesetzt und gleichzeitig auf die gute Gesprächsbasis mit dem zuständigen Referenten verwiesen. Gibt es die überhaupt noch?
Steinkellner: Bürgermeister Mahr und ich sind uns einig, dass dieses Straßenbauprojekt von großer Wichtigkeit für die Autofahrer, die Anwohner und die Region ist und rasch umgesetzt werden soll. Die Anzahl der KfZ wird sich pro Tag von rund 17.970 (2016) auf bis zu 33.730 KfZ pro Tag (2031) erhöhen. Damit werden alle Ab-, Einbiegevorgänge und alle Querungsvorgänge zunehmend schwieriger und vor allem gefahrenvoller, beziehungsweise werden überhaupt kaum noch möglich sein. Die Meinungen gehen jedoch bei der Umsetzungsvariante und vor allem deren Finanzierbarkeit auseinander. Der vierspurige Ausbau der B1 zwischen Marchtrenk und Hörsching ist UVP-pflichtig und somit muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Der einstige Wunsch der Gemeinde Marchtrenk, die B1 zweistreifig zu belassen und ausgewählte Knoten niveaufrei zu machen verursachte einen deutlich erhöhten Untersuchungsaufwand. Sobald diese Ergebnisse finalisiert vorliegen, werden diese der Gemeinde Marchtrenk präsentiert und die Gespräche fortgesetzt.
“Bürgermeister Mahr und ich sind uns einig, dass dieses Straßenbauprojekt von großer Wichtigkeit für die Autofahrer, die Anwohner und die Region ist und rasch umgesetzt werden soll.“
Tips: Aus ihrer Sicht: Wie sieht der derzeitige Stand der Planungen für die B1 in Marchtrenk aus?
Steinkellner: Der Planungsauftrag für das Projekt Lückenschluss der B1 wurde am 9. März 2016 von mir erteilt. Die bisherigen Tätigkeiten umfassen die Durchführung und Erstellung von Geländeaufnahmen, Verkehrszählungen, verkehrstechnische Vordimensionierungen, Verkehrslichtsignalanlagenberechnungen, lärmtechnische Voruntersuchungen und die Erstellung von Entwürfen umsetzbarer Entwässerungsmaßnahmen. Derzeit werden vertiefte Verkehrsmodelle, Modellrechnungen und Knotenpunktvarianten erstellt die demnächst finalisiert werden. Mit Hochdruck wird anschließend noch weiter an der Erstellung eines Nebenwegekonzeptes in den Gemeinden Hörsching und Marchtrenk, der Erstellung, Prüfung und dem Kostenvergleich von Knotenpunktvarianten (niveaufrei versus Ampellösungen) erarbeitet, um die UVP Vorverfahren einzuleiten. Für ein rasches Voranschreiten ist hier die Kooperation mit den Gemeinden essentiell.
Tips: Die Wirtschaft in der Region steht ebenfalls hinter dem Ausbau. Welche Möglichkeiten sehen sie hier, damit die Umsetzung schneller passiert?
Steinkellner: Im Planungsprozess, in dem wir uns befinden, ist es primär wichtig die umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen schnellstmöglich auszuarbeiten und zu erfüllen. Für die weiteren Umsetzungsschritte und poten-tiellen Enteignungen steht die Devise „gemeinsam zum raschen Erfolg“ im Zentrum. Bei fast jedem Infrastrukturprojekt gibt es leider auch Personengruppen, die nachteilhaft betroffen sind. Hier gilt es umso mehr, die persönlichen Interessen im Verhältnis zu den Entlastungswirkungen einer großen Mehrheit zu sehen. Über jede Kooperation und jedes entlastende Entgegenkommen bei solch großen Infrastrukturprojekten bin ich natürlich sehr dankbar.
„Für die weiteren Umsetzungsschritte und potentiellen Enteignungen steht die Devise „gemeinsam zum raschen Erfolg“ im Zentrum“
Tips: Wie will man die Straße zukunftsfit für die nächsten 50 Jahre machen?
Steinkellner: Um die Leistungsfähigkeit für die prognostizierte Verkehrszunahme zu erreichen, ist der vierspurige Ausbau zwischen Hörsching und Marchtrenk an sich die zukunftsfite Lösung. Um die Verkehrssicherheit, die infrastrukturelle Grundlage für eine zukunftsfähige wirtschaftliche Entwicklung und die Erhöhung der Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung gewährleisten zu können, ist der vierspurige Ausbau unabdingbar.
Tips: Es gibt ja nicht nur den Autoverkehr, sondern auch Fußgänger, Radfahrer und so weiter. Was kann man für diese tun, damit sie über die B1 kommen?
Steinkellner: Die bestehende Geh- und Radwegführung erfolgt wie bisher parallel zur B1, Wiener Straße. An ausgewählten Kreuzungspunkten werden Verkehrslichtsignalanlagen zur Steuerung des Verkehrs installiert. Die Querung für den nicht motorisierten Teilnehmer ist an künftigen Ampelkreuzungen dann verkehrssicher möglich.
“Die Planung und der Ausbau der B1 Wiener Straße umfasst meine Zuständigkeit und für die regionalwirtschaftliche Entwicklung trägt Michael Strugl die Verantwortung. Über finanzielle Unterstützungen freue ich mich allerdings jederzeit“
Tips: Letzte Frage: Fühlen sie sich von ihrem Landesregierungskollegen Strugl im Stich gelassen? Als Wirtschafts-Landesrat muss er ja auch Interesse an einer leistungsstarken B1 haben?
Steinkellner: Die Zusammenarbeit mit LH-Stv. Strugl funktioniert sehr gut. Auch gibt es einige Überschneidungspunkte, wie beispielsweise die Raumordnung, bei der unsere beiden Ressorts hervorragend kooperieren. Bei den Zuständigkeiten hingegen gibt es klare Rollenverteilung. Die Planung und der Ausbau der B1 Wiener Straße umfasst meine Zuständigkeit und für die regionalwirtschaftliche Entwicklung trägt Michael Strugl die Verantwortung. Über finanzielle Unterstützungen freue ich mich allerdings jederzeit (lächelnd).


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden