Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WELS. Auch wenn gerade Sommer ist, hinter den Kulissen bewegt sich viel. Vor allem der Norden der Stadt hat mit einem massiven Verkehrsproblem zu kämpfen. Grund genug mit dem Raumordnungsreferenten Peter Lehner über dieses Thema - aber auch über einen Max.Center Ausbau oder das Koalitionsklima - zu sprechen.

VP-Str. Peter Lehner: Ein Nordring -eventuell unterirdisch oder mit Einhausung - wird langfristig die wichtigste Lösung für die Situation sein.

Tips: In Wels Nord und in Wimpassing wird viel gebaut. Die Verkehrsinfrastruktur hinkt nach. Nimmt die Raumordnung zuwenig Rücksicht?

Lehner: Wels entwickelt sich dynamisch und wächst bei den Einwohnern genau so wie in der Wirtschaft! In Laahen wurde ein komplett neuer Stadtteil errichtet, der natürlich auch zu entsprechenden Frequenzen führt. Der Handel nutzt diese Frequenzen und nutzt bestehende Widmungen bestmöglich aus. Die Koalition in der Stadt hat sich daher darauf verständigt, keine weiteren Geschäftswidmungen an den Stadträndern zu beschließen. Auch bei größeren Widmungsvorhaben für Wohnbebauungen in diesem Bereich werfe ich ein Auge auf die dringend parallel dazu erforderliche Investition in Verkehrsinfrastruktur und in die Verbesserung des Verkehrs.

Tips: In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprachen Sie über eine potentielle Entlastung durch den Autobahnanschluss Wimpassing. Ist hier nicht der Wunsch Vater des Gedanken?

Lehner: Nein, Wels hat verkehrstechnisch ein massives Problem bei West-Ost-Verbindungen. Mit der Autobahnanschlussstelle Wimpassing wird eine neue Möglichkeit geschaffen, die Autobahn rasch zu erreichen und damit die Oberfeldstrasse zu entlasten. Es gibt dann auch keinen vernünftigen Grund mehr für die LKW der Firmen in der Vogelweide - Teufelberger, VFI, PBS, Daxner um nur einige zu nennen  - die Abfahrt in Wels-Nord zu nutzen. Schon diese Entlastung vom Schwerverkehr wird sich positiv auf die Oberfeldstraße auswirken.

Tips: Die unterschiedlichsten Projekte für den boomenden Norden der Stadt tauchen auf. Ein Nordring entlang der Autobahn, Verlegung der B1, Vignettenfreie Autobahn. Die Projekte sind eher langfristig oder eher nicht durchführbar. Wie schafft man jetzt und mittelfristig eine ordentliche Lösung für die Bewohner und auch die Wirtschaft?

Lehner: Ein Nordring  -eventuell  unterirdisch oder mit Einhausung - wird langfristig die wichtigste Lösung für die Situation sein. Eine entsprechende Trassenplanung wurde von der Stadtentwicklung schon erstellt und ist Basis für zahlreiche Gespräche mit dem Land und auch mit dem Bund. Kurzfristige Maßnahmen wie eine Vignettenfreiheit gehören aber genauso angestrebt wie die generelle Verbesserung von West-Ost-Achsen in Wels. Viele kommen ja nur deshalb auf die Oberfeldstraße, weil es sonst zu wenige vernünftige West-Ost-Achsen gibt. Mit der Öffnung der Eisenhowerstraße ist eine solche Verbindung zum Glück und durch viel Zutun der ÖVP in Prüfung. 

Tips: Warum werden im Norden Fachmärkte, Lebensmittelgeschäfte und andere Projekte genehmigt, während beim Max.Center die Ampeln beim Ausbau auf Rot stehen?

Lehner: Wels hat definitiv zu viele Quadratmeter Geschäftsfläche pro Einwohner. Daher genehmigen wir auch im Norden keine weiteren Geschäftsflächen. In den nächsten Jahren wird uns das Thema Leerstand bei Geschäftsflächen intensiv beschäftigen. Die Verwerfungen im Handel werden sich speziell in einer vom Handel umworbenen und umkämpften Stadt besonders auswirken. Genau deshalb sind wir schon jetzt sehr restriktiv und bemühen uns speziell um eigentümergeführte Betriebe, die mit Kreativität und Engagement die Auswirkungen des Internethandels auch positiv nutzen.   

Tips: Eine Frage zum Dauerthema Stadtplatz-Baustelle: Hat man in der Kommunikation Fehler gemacht, der Unmut ist immer noch groß bei Anrainern, Geschäftsinhabern und auch Kunden?

Lehner: Eine so intensive Baustelle verursacht verständlichen Unmut und Ärger bei Anrainern, Unternehmern und auch bei Kunden. Auch intensive Kommunikation hilft nicht den momentanen Umsatzeinbruch zu kompensieren oder Lärm zu verhindern. Mein Eindruck ist, dass die EWW die Baustelle sehr professionell und so rasch wie möglich abwickelt. Unsere Aufgabe ist es jetzt Aktivitäten zu setzen, damit der Stadtplatz auch wieder von den Kunden entsprechend angenommen wird.

Tips: Eine letzte Frage zum Koalitionsklima: Die FPÖ lädt den italienischen Innenminister ein, verkauft jede Eröffnung für sich, das neue Amtsgebäude Greif wird auch aussendungsmäßig bejubelt. Da gibt es sich Gesprächsbedarf?

Lehner: Die Einladung des italienischen Innenministers war ein Werben um die Rechtsaussen in der FPÖ. Niemand hat damit gerechnet, das der italienische Innenminister tatsächlich nach Wels auf Sommerurlaub fährt und der Imageschaden durch diese Aktion ist beachtlich.  Bürgermeister Rabl  versucht sämtliche Themen und auch den Verkauf von Erfolgen an sich zu ziehen - dies trifft auch die FPÖ und SPÖ Stadtsenatsmitglieder. Er wird daher nicht nur von der ÖVP sondern von uns als Regierungsteam oft auf die gemeinsame Verantwortung und auch gewünschte gemeinsame öffentliche Präsentation angesprochen.  Das Koalitionsklima ist auch bei ideologischen und inhaltlichen Diskussionsthemen immer wertschätzend und auf den Nutzen der Stadt Wels fokussiert. Als ÖVP versuchen wir immer unsere Funktion als Navigationspartner in der Stadtregierung zu erfüllen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden